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Primärversorgung: Stadt Wien, WGKK und Ärztekammer verständigen sich auf Eckpunkte für zwei Pilotprojekte

Wien war von Anfang an Vorreiter bei der Umsetzung der Gesundheitsreform auf Landesebene, ein Schwerpunkt der Landeszielsteuerung sind dabei Versorgungsstrukturen. Nun haben sich Stadt Wien, Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) – gemeinsam mit den bundesweiten Versicherungsträgern – und die Wiener Ärztekammer auf die Grundsätze für zwei konkrete Pilotprojekte zur Umsetzung des Primärversorgungskonzeptes in Wien verständigt. Im Jänner 2015 ist mit einem Beschluss in den mit dem Thema befassten Gremien zu rechnen. Die Projekte sollen ab dem Frühjahr starten.

Weiterer wichtiger Schritt bei Umsetzung der Gesundheitsreform

Im Juni 2014 hat die Bundes-Zielsteuerungskommission die allgemeinen Prinzipien des Primärversorgungskonzeptes festgelegt. „Nun präzisieren wir diese für Wien und bringen mit den ersten zwei Pilotprojekten ein weiteres wichtiges Projekt der Gesundheitsreform erfolgreich auf Schiene“, so die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. „Es ist gelungen, auch in dieser Frage bei allen unterschiedlichen Interessen partnerschaftlich eine gemeinsame Lösung zu finden. Daher bin ich sicher, dass wir mit diesen beiden Piloten sowohl den PatientInnen als auch den Gesundheitsberufen ein attraktives Angebot machen können.“

Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK ergänzt: „Es ist uns damit ein echter Durchbruch gelungen. Wir stehen unmittelbar vor der Umsetzung der ersten Pilotprojekte. Die Gesundheitsreform wird damit schon bald für die Bevölkerung in Wien spürbar – durch eine umfangreichere Versorgung bei längeren Öffnungszeiten, die die Pilotprojekte bieten.“

„Die Umsetzung orientiert sich am Modell für Gruppenpraxen mit freiberuflichen ÄrztInnen und wird auch sonst behutsam in die bisherige Systematik der kollektiven Vertragsverhandlungen und die bestehenden Versorgungsstrukturen eingebettet“, erläutert der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart. „Sehr wichtig ist uns die Evaluierung dieses Pilotprojektes, damit wir sehen, wie es von den PatientInnen aufgenommen wird. Wir wissen, dass der klassische Hausarzt das Versorgungsmodell ist, dass die WienerInnen am liebsten haben. Deswegen ist es ein Gebot der Stunde, die hausärztliche Primärversorgung in Summe zu stärken“, so Steinhart.

Zwei Pilotprojekte ab Frühjahr 2015

Im Rahmen von zwei Pilotprojekten wird die Primärversorgung im städtischen Raum erstmals Realität: Das neue „Primary Health Care SMZ-Ost“ wird in direkter Nähe zum SMZ-Ost angesiedelt sein. Es soll neben den klassischen Aufgaben einer Primärversorgung vor allem in enger Abstimmung mit den Ambulanzen des Spitals arbeiten. Die neue Primärversorgung übernimmt dabei in Absprache verschiedene Versorgungsaufgaben und trägt so zu einer Entlastung der Spitalsambulanzen bei.

Primärversorgungen werden bundesweit auf den gleichen Grundlagen basierend arbeiten, sie werden aber klarerweise im städtischen und ländlichen Bereich unterschiedliche Schwerpunkt haben. Ein zweites Modellprojekt wird daher im 6. Wiener Gemeindebezirk angesiedelt sein und erste Erfahrungswerte sammeln, wie die Primärversorgung in einem dicht verbauten innerstädtischen Gebiet seinen Versorgungsauftrag optimal erbringen kann. Dieses Pilotprojekt „Primary Health Care Medizin Mariahilf“ wird an einem neuen Standort als  Vertragsgruppenpraxis realisiert.

Das erste Pilotprojekt des Wiener Modells soll ab dem 2. Quartal 2015 starten. Auf Basis einer begleitenden Evaluierung werden sie über einen Zeitraum von fünf Jahren wertvolle Erkenntnisse für die Umsetzung des Primärversorgungskonzeptes bringen.

Pilotprojekte bringen längere Öffnungszeiten

Die Pilotprojekte bringen den PatientInnen deutlich längere Öffnungszeiten. Unter der Woche steht das Team der Primärversorgung den PatientInnen zwischen sieben und zumindest 19 Uhr mindestens zehn Stunden zur Verfügung. Pro Woche ist die Primärversorgung damit mindestens 50 Stunden geöffnet.

PatientInnen profitieren von kürzeren Wartezeiten

Die Pilotprojekte bedeuten für die PatientInnen kürzere Wartezeiten. Eine ausreichende Personalplanung stellt sicher, dass immer ausreichend ÄrztInnen vor Ort sind. Auch die neue Aufgabenteilung zwischen Spital und Primärversorgung bringt Vorteile. Die Pilotprojekte kümmern sich besonders um die Versorgung von chronisch Kranken, multimorbiden und geriatrischen PatientInnen. Die Primärversorgung beim SMZ Ost versorgt beispielsweise Diabetes-PatientInnen, die für ihre regelmäßigen Untersuchungen bisher immer auf die Ambulanz des SMZ angewiesen waren. Das bringt für alle Beteiligten eine zeitliche Entlastung.

Neue Form der Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe

Die Pilotprojekte stehen für eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen und bringen mehr Koordination zum Wohle der PatientInnen. Das Team der Primärversorgung besteht aus ÄrztInnen, diplomierten Krankenpflegepersonen und medizinischer Ordinationsassistenz. Sie arbeiten enger als bisher zusammen, dies ist besonders bei der Versorgung von chronisch Kranken wichtig. Für die ÄrztInnen soll diese neue interne Arbeitsteilung mehr Zeit für die PatientInnen bringen.

Die Primärversorgung als Wegweiser durchs Gesundheitssystem

Im Rahmen der Primärversorgung werden HausärztInnen die PatientInnen noch stärker als bisher durch das Gesundheitssystem leiten und begleiten können. PatientInnen kommen so von anderen Versorgungsebenen – also etwa einem Spital – mit Befunden oder einem Behandlungsergebnis zurück in die Primärversorgung und werden dort weiterversorgt. HausärztInnen genießen bei der Bevölkerung ein besonders hohes Vertrauen, und dieses Vertrauen wird auch Maßstab für die Arbeit in den beiden Primary-Health-Care-Pilotprojekten sein. Das Team der Primärversorgung kümmert sich zum Beispiel auch um die Abstimmung mit mobilen Diensten, das entlastet PatientInnen und ihre Angehörigen.

Qualitätsmanagement steht im Mittelpunkt

Die Pilotprojekte punkten mit einem verpflichtenden Qualitätsmanagement. Dazu gehören auch regelmäßige Aus-, Fort- und Weiterbildungen für die MitarbeiterInnen des Kernteams. Die Teilnahme an der begleitenden Evaluierung bringt Transparenz und ermöglicht es, für die flächendeckende Einführung der Primärversorgung wertvolle Schlüsse zu ziehen.

Wehsely gratuliert SalztorZentrum zum 15-jährigen Bestehen

Männerwohnheim der Heilsarmee Österreich betreut psychisch kranke Wohnungslose

Die Geschichte der Wohnungslosenhilfe der Heilsarmee Österreich ist lang. Bereits in 1920er Jahren wurde das erste Wohnheim in Wien betrieben. Die Liegenschaft Große Schiffgasse 3 in 1020 Wien konnte die Heilsarmee Österreich Mitte der 50er Jahre erwerben. Teilweise waren bis zu 100 Männer in dem Haus untergebracht. In den 90er Jahren entstand dann der Wunsch nach strukturellen und inhaltlichen Veränderungen. 1999 konnte die Heilsarmee Österreich mit Unterstützung der Stadt Wien ein bis dahin völlig neues Konzept umsetzen.

Nach einer Generalsanierung des Hauses in der Großen Schiffgasse 3 wurde erstmalig in einer Einrichtung der Wiener Wohnungslosenhilfe medizinische Betreuung durch einen Psychiater angeboten. „Gerade psychisch Kranken fällt der Weg zum Arzt oft besonders schwer“, so Hans-Marcel Leber, Geschäftsführer der Heilsarmee Österreich. „Die medizinische Versorgung im Haus geht gezielt auf die besonderen Bedürfnisse unserer Bewohner ein.“

Stadt Wien gratuliert

„Die Stadt Wien wendet jährlich 55 Millionen Euro für die Wohnungslosenhilfe auf. Damit stellen wir sicher, dass Menschen, die Unterstützung brauchen, in Wien wieder auf die Beine kommen und den Weg in ein eigenständiges Leben schaffen. Das SalztorZentrum leistet einen wichtigen Beitrag dazu“, erklärt Sozialstadträtin Sonja Wehsely anlässlich des Jubiläums.

„Das SalztorZentrum ist für Männer, die in ihrem Leben einen Bruch ihrer Lebenslinie erfahren haben, eine Andockstation,  die mit Hilfe, Unterstützung, aber auch mit Glauben begleitend wirkt. Viel Erfolg auch für die Zukunft“, wünscht Karlheinz Hora, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt.

„Das SalztorZentrum ist ein ganz wertvoller Bestandteil der Wiener Wohnungslosenhilfe. Es zeichnet sich dadurch aus, unspektakulär, aber dadurch umso wirkungsvoller zu sein“, so Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien (FSW). Das SalztorZentrum wird über den FSW aus Mitteln der Stadt Wien gefördert. Die Fördersumme beträgt rund 500.000 Euro pro Jahr.

Mehr als nur ein Wohnheim

Ein multiprofessionelles Team aus SozialarbeiterInnen, Psychiater, Psychiatrischer Krankenschwester und Seelsorger fördert die Kompetenzen der Bewohner. Durch das ganzheitliche Betreuungsangebot werden die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit gestärkt und die soziale Integration unterstützt.

Die Heilsarmee – seit über 80 Jahren in Österreich

Die Heilsarmee ist eine Hilfsorganisation und christliche Glaubensbewegung, die in ihrem „Kampf gegen die Armut“ in weltweit über 125 Ländern Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. In Österreich wurde die Heilsarmee 1927 gegründet. Die Hilfsorganisation bietet in Österreich eine breite Palette an Hilfeleistungen und sozialen Einrichtungen wie Männerwohnheim, Betreutes Wohnen, Sozial Betreutes Wohnen, Mobile Wohnbegleitung, Gefangenenseelsorge und Wohnungslosenarbeit an.

Hilfe für hunderttausende Frauen in Wien

Wiener Programm für Frauengesundheit & FEM Süd feiern 15 Jahre

„Gesundheit hat ein Geschlecht“: 1999 beschloss der Wiener Gemeinderat einstimmig, der damals relativ jungen wissenschaftlichen Erkenntnis erstmalig Rechnung zu tragen. Mit der Schaffung zweier Einrichtungen, dem Wiener Programm für Frauengesundheit und dem FEM Süd, fiel der Startschuss für eine Reihe von Maßnahmen, die bis heute vorbildhaft sind. Die Stadt Wien wurde ihrem Leitspruch „Wien ist anders“ einmal mehr gerecht und nimmt damit innerhalb Österreich aber auch international eine Vorreiterrolle ein.

Das Jubiläum wird zum Anlass genommen Bilanz zu ziehen: Damals gab es österreichweit keine strukturierte Hilfe und Prävention bei Essstörungen, kein Brustkrebs-Früherkennungsprogamm, kein mehrsprachiges Frauengesundheitszentrum, keine Schulungen zur Prävention postgeburtlicher Depressionen oder über gewaltbetroffene Patientinnen. „Die Stadt Wien hat sich mit dem Programm und dem frühzeitigen Aufbau frauenfreundlicher Strukturen im Gesundheitssystem ein Profil verliehen, um das sie von anderen Städten europaweit beneidet wird“, sagt die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte und Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger anlässlich der 15-Jahr-Feier.

Info, Beratung und Gesundheitsangebote an den Bedürfnissen von Frauen und Mädchen orientiert

Eine der ersten vom Wiener Programm für Frauengesundheit gestarteten Initiativen war die Essstörungs-Hotline, die bisher über 25.000 Mädchen und Frauen dabei unterstützte, ihre Essstörungen in den Griff zu bekommen. Rund 220.000 Wienerinnen erhielten bereits im Jahr 2001 Informationen und eine persönliche Einladung in mehreren Sprachen zum Mammographie-Screening. Tausende Frauen nützten außerdem die türkischsprachige Assistenz bei der Gesundenuntersuchung oder ließen sich in der FEM-Elternambulanz beraten. Ein Auftrag lautet zudem, den Wienerinnen Gesundheitsinformationen verständlich zu vermitteln:  Das Programm produzierte rund eine Million Infobroschüren zu 45 frauenspezifischen Themen –  von Herzgesundheit über falsche Schlankheitsideale bis Wechseljahre, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bis heute fanden im Frauengesundheitszentrum FEM Süd 35.000 persönliche Beratungen statt, vor allem mit psychologisch/psychotherapeutischem Focus, 50.000 Mädchen und Frauen nützten das breit aufgestellte Kursangebot und 70.000 Mädchen und Frauen besuchten diverse Gesundheitsvorträge.

„Am Anfang war eine Idee, heute ist die Frauengesundheit ein fester Bestandteil des Wiener Gesundheitssystem“, gratuliert Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely: „Manchmal ist eben das Ei auch vor der Henne da.“ Dank des unermüdlichen Engagements und Einsatzes der Mitarbeiterinnen des Wiener Programms für Frauengesundheit und des FEM Süd konnte über 100.000 Frauen das Leben erleichtert und verbessert werden, das seien Zahlen, auf die alle Beteiligten sehr stolz sein könnten, so Wehsely.

Auch Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger gesellt sich zu den Gratulantinnen: „Mein Ziel als Frauenstadträtin ist es, dass jede Wienerin ihr Leben sicher, selbstbestimmt und unabhängig gestalten kann. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist der Zugang zur Gesundheit und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Das Wiener Programm für Frauengesundheit ist seit 15 Jahren die Stelle der Stadt, die sich um frauenspezifische Gesundheitsaspekte kümmert. Danke an alle engagierten Mitarbeiterinnen!“

Das Wiener Programm für Frauengesundheit als Impulsgeberin

Das Wiener Programm für Frauengesundheit verfolgt seit 15 Jahren das Ziel, die Gesundheitsversorgung an die Bedürfnisse von Frauen anzupassen und für Chancengleichheit zu sorgen. Als Schnittstelle für ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheits- und Sozialbereichs entwickelte das Programm Handlungsanleitungen – u.a. Leitlinen, die das geburtshilfliche Personal bei der Bewältigung psychosozialer Schwangerenbetreuung unterstützen, Guidelines zur interdisziplinären Betreuung von Brustkrebspatientinnen, ein Konsensuspapier zur intim-plastischen Chirurgie, das an die SchönheitschirurgInnen adressiert ist oder ein Handbuch über den Umgang mit gewaltbetroffenen Patientinnen im Spital.  Parallel zu zahlreichen Infomaterialien, vielen themenspezifischen Veranstaltungen, vielfältigen Schulungsmaßnahmen fürs Gesundheitspersonal, dem Aufbau neuer Strukturen und der Modellentwicklung für gezielte Maßnahmen im Public Health-Bereich baute das Wiener Programm für Frauengesundheit wienweite Vernetzungsforen auf, wie die Plattform gegen Essstörungen, das Netzwerk Perinatale Krisen, den Runden Tisch Seniorinnen, den FMG-Beirat (Female Genital Mutilation/weibliche Genitalverstümmelung), das Gesundheitsforum „Frauen mit Behinderungen“, den Adipositas-Beirat und die Vernetzung der Wiener Opferschutzgruppen. „Das konsequente Lobbying des Wiener Programms für Frauengesundheit hat wesentlich dazu beigetragen, dass Entscheidungsträgerinnen und -träger im Gesundheitsbereich sich nun viel mehr die Genderbrille aufsetzen“, sagt Frauengesundheitsbeauftragte Univ.Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

Das FEM Süd auf der Seite von Frauen in schwierigen Lebenslagen 

Im Fokus von FEM Süd stehen Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Die Besonderheit dieser Einrichtung liegt auch darin, dass dieses Frauengesundheitszentrum in einem Krankenhaus angesiedelt ist. Das heißt, Mädchen und Frauen sind nach dem Prinzip der integrierten Versorgung in den allerbesten Händen. Das innovative mehrsprachige, kostenlose Kurs- und Beratungsangebot ist auf die verschiedensten Zielgruppen, vor allem sozial benachteiligte Frauen, abgestimmt. Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für die sehr hohe Akzeptanz seitens der Frauen. „Allein 102.000 Kontakte im Jahr 2013, d.h. 8.500 Kontakte pro Monat, sind ein Beweis für den Erfolg von FEM Süd und für die Nachfrage nach diesen Angeboten“, sagt Mag.a Hilde Wolf, die das FEM Süd seit seiner Gründung leitet. Österreichweit einzigartig ist auch eine spezielle Beratungsstelle für Frauen mit Behinderungen, die „FEM-Frauenassistenz“. Dieses erfolgreiche Programm wird vom Sozialministeriumservice gefördert und unterstützt Frauen nicht nur gesundheitlich sondern bereitet sie auf bessere Chancen am Arbeitsmarkt vor.

Fachkonferenz zieht Bilanz und diskutiert künftige Herausforderungen der Frauengesundheit

Im Rahmen der Fachkonferenz „Zurück in die Zukunft. Frauengesundheit gestern  – heute – morgen“, die am 12. November im Wiener Rathaus mit mehr als 500 TeilnehmerInnen tagt, wird eine Bestandsaufnahme über den Aufbau und die Entwicklung frauen- und gendergerechter Strukturen im Wiener Gesundheitssystem geboten sowie im Beisein internationaler und Wiener Expertinnen über zukünftige Herausforderungen für die Frauengesundheit diskutiert. Präsentiert werden auch die 15-Jahres-Broschüren des Wiener Programms für Frauengesundheit und des FEM Süd, die einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten enthalten. Beide Broschüren sind kostenlos erhältlich.

Die Zukunft beginnt jetzt

Trotz vieler Aktivitäten auf unterschiedlichen Ebenen gibt es auch in Zukunft wichtige Herausforderungen. Ein dringendes Ziel ist die Steigerung der psychischen Gesundheit und die damit verbundene Selbstbestimmung von Frauen aller Altersgruppen. Die Erhöhung der Gesundheitskompetenz, insbesondere von benachteiligten Frauen und Familien, ist ein weiteres wichtiges Zukunftsziel. Das medial omnipräsente Bild der ewigen Jugend und Schönheit stellt immer noch und immer wieder eine Herausforderung dar. Immer noch ahmen viel zu viele junge Frauen einem Idealbild nach, was gesundheitsschädlich werden kann. Thema bleibt auch die Gewaltprävention und die richtige Unterstützung der Betroffenen. Zu verbessern ist, in unser erfreulicher Weise älter werdenden Gesellschaft, das noch immer vorherrschende abwertende Image der Frau ab 60. Falten dürfen nicht als ästhetischer Mangel kommuniziert werden. Alter bzw. Altern muss positiv besetzt werden.

Stadträtin Wehsely besucht Kantine von Jugend am Werk in Wiener Schule für Sozialbetreuungsberufe

AWZ Soziales Wien und Jugend am Werk kooperieren am neuen Schulstandort in Erdberg

Die Aus- und Weiterbildungszentrum Soziales Wien GmbH mit der Wiener Schule für Sozialberufe (WiSOZ), der Ausbildungseinrichtung für Pflegehilfe und Heimhilfe sowie der Bildungsakademie ist im Sommer an ihren neuen Standort in der Schlachthausgasse 37 im 3. Bezirk übersiedelt. Seit Oktober befindet sich nun auch die Gastronomiegruppe „GenussWERK“ der Werkstätte und Tagesstruktur Thermensiedlung von Jugend am Werk im Gebäude.

Auf diese Weise wird 15 Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung ab dem 16. Lebensjahr eine gezielte Begleitung, Unterstützung und Förderung ermöglicht. „Ein schönes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit im Wiener Sozialwesen aussieht“, so Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely bei einem Besuch im neuen Bildungsinstitut. „Die Schülerinnen und Schüler genießen das gastronomische Angebot am neuen Standort, gleichzeitig wird Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderung eine Chance geboten, ihre Talente und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.“

Die Aus- und Weiterbildungszentrum Soziales Wien GmbH (AWZ) ist eine Tochtergesellschaft des Fonds Soziales Wien (FSW) und des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP). Beide Muttergesellschaften bündeln seit 2010 ihre Leistungen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Menschen in Sozialbetreuungs- und Gesundheitsberufen. Seit September 2014 befindet sich die Bildungseinrichtung in einem modernen, lichtdurchfluteten Gebäude nahe der U3-Station Schlachthausgasse. Die Kantine „GenussWERK“ wird dabei als inklusives Tätigkeitsangebot in Kooperation mit den Schülerinnen und Schülern der WiSOZ betrieben. Gäste der Kantine sind in erster Linie die Schülerinnen und Schüler sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWZ.

Für Schülerinnen und Schüler der Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin bzw. zum Fachsozialbetreuer für Behindertenarbeit oder Behindertenbegleitung ist es umgekehrt möglich, ein Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung in der Gastronomiegruppe GenussWERK zu absolvieren. Vera Em, Geschäftsführerin der AWZ Soziales Wien GmbH, zeigt sich über den doppelten Nutzen erfreut: „In unserer Schule legen wir großen Wert auf eine praxisnahe Ausbildung. Die Zusammenarbeit und tägliche Begegnung zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Kundinnen und Kunden von Jugend am Werk ist auch ein gelebtes Beispiel für gemeinsames und individuelles Lernen im Arbeits- und Schulalltag im Sinne der inklusiven Pädagogik.

Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung erhalten durch dieses Angebot die Möglichkeit, praxisnah zu arbeiten und ihre Fertigkeiten und Kompetenzen im Bereich Gastronomie und Hauswirtschaft auch im Hinblick auf eine mögliche Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu trainieren und zu erweitern. Die einzelnen Produktionsschritte bieten unterschiedliche Lernprozesse und ermöglichen zahlreiche Erfolgserlebnisse in einer betriebsähnlichen Tagesstruktur. Gemeinderätin Gabriele Mörk, Vorsitzende von Jugend am Werk: „So wie für jeden Menschen ist es auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung von Bedeutung, selbstständig eine Arbeit zu leisten, die gebraucht wird und für die sie Anerkennung erhalten. Mit der Gastronomiegruppe im Aus- und Weiterbildungszentrum schaffen wir zudem einen Ort der Begegnung im öffentlichen Raum und setzen einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion.“

Stadträtin Wehsely eröffnet das neue Sozialpsychiatrische Ambulatorium Favoriten

Psychosoziale Dienste bieten umfassende ambulante psychiatrische Behandlung

Psychische Störungen sind weit verbreitet. Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet jährlich an einer psychiatrischen Erkrankung. Am häufigsten treten Formen von Depressionen und Angststörungen auf. Die Schaffung moderner, zeitgemäßer psychiatrischer Gesundheitseinrichtungen trägt dazu bei, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen optimal geholfen werden kann. „Mit dem neuen, größeren Sozialpsychiatrischen Ambulatorium mit integriertem Tageszentrum weiten wir die Angebote der soziotherapeutischen Maßnahmen in Wien wieder ein Stück weiter aus. Vor allem ambulante Behandlungsmöglichkeiten helfen, psychiatrische Erkrankungen weiter zu entstigmatisieren“, sagt Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely bei der Eröffnung.

Ambulatorium bietet medikamentöse und psychotherapeutische Therapieangebote

Im Sozialpsychiatrischen Ambulatorium Favoriten des Psychosozialen Dienstes in Wien können psychisch Erkrankte umfassend untersucht und behandelt werden. Das medizinische Leistungsspektrum umfasst medikamentöse Therapien, psychologische und psychotherapeutische Behandlung sowie soziotherapeutische Betreuung durch ein multiprofessionelles Team.

Im Ambulatorium sind FachärztInnen für Psychiatrie, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, psychiatrisches Krankenpflegepersonal und ErgotherapeutInnen tätig. Im Laufe eines Monats werden rund 500 Patientinnen und Patienten mit einer psychischen Erkrankung behandelt und betreut.

Integriertes Tageszentrum hilft lebenspraktische Fertigkeiten zu verbessern

Im Sozialpsychiatrischen Ambulatorium Favoriten ist ein therapeutisches Tageszentrum integriert, das für Menschen mit einer schwereren oder länger dauernden psychischen Erkrankung die Möglichkeit zu therapeutischen Einzel- und Gruppengesprächen bietet, sowie sich handwerklich oder künstlerisch zu betätigen und lebenspraktische Fertigkeiten zu verbessern. „Das therapeutische Angebot erfolgt durch unser multiprofessionelles Team und beinhaltet Einzel- und Gruppengespräche, Ergotherapie, aber auch handwerkliche und künstlerische Betätigung, Sport oder Bewegung“, sagt Chefarzt Georg Psota, ärztlicher Leiter des PSD. Psychische Erkrankungen können heute gut behandelt werden, besonders wichtig ist die Früherkennung und die rechtzeitige fachliche Behandlung.

Wiener PSD ist internationales Vorzeigemodell

Seit mehr als 30 Jahren sind die Psychosozialen Dienste in Wien (PSD) mit ihren Entwicklungen international anerkannt. Regionalisierte, dezentrale und wohnortnahe Behandlung und Betreuung psychisch erkrankter Menschen gilt auch heute als nachhaltiges Versorgungsmodell. „Dezentralisierte psychiatrische Regionalabteilungen sind auch Bestandteile des Wiener Spitalskonzeptes 2030“, so Wehsely. „Ebenfalls im Herbst werden wir die Psychiatrische Abteilung im neuen Gebäude in der Juchgasse 22 eröffnen, auch im Krankenhaus Nord wird es eine im Haus integrierte psychiatrische Regionalabteilung geben, im Donauspital und im Kaiser-Franz-Josef-Spital existieren sie bereits.“ Unfreiwillige Aufnahmen konnten im Zuge der Psychiatriereform bis 2010 von 80 auf rund 25 Prozent reduziert und die Zahl der Suizide in Wien etwa halbiert werden.

Stadträtin Wehsely eröffnet Einrichtung für minderjährige Flüchtlinge

Der Samariterbund betreut 30 junge Menschen, die aus Krisenregionen geflohen sind

Jahr für Jahr flüchten tausende Jugendliche allein, ohne ihre Eltern, aus den Krisenregionen der Welt. Im Haus „Sidra“, einem Wohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) des Samariterbundes Wien, finden einige von ihnen ein neues Zuhause. „Sidra“ bedeutet „Familie“ in der Sprache Tigrinya, die in Eritrea gesprochen wird und steht für die Gemeinschaft, in der die Jugendlichen im Wohnhaus leben.

Ein Recht auf Kindheit

„Jedes Kind hat ein Recht auf Kindheit. Auch wenn wir diesen geflüchteten Waisen und verlassenen Jugendlichen ihre wahrscheinlich nicht mehr ganz zurückgeben können, so müssen wir zumindest alles versuchen, ihre Gesundheit zu verbessern, ein Stück Lebensfreude und Sicherheit zu spenden und ihnen eine Zukunft wieder zu ermöglichen“, sagt Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely. „Wien ist eine lebenswerte Stadt, weil wir uns um die kümmern, die uns brauchen. Das ist mein Grundverständnis einer sozialen, solidarischen und lebenswerten Gemeinschaft.“

Im Rahmen der Grundversorgung wurden hier in der Kerschensteinergasse in Wien Meidling insgesamt 30 Plätze für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren geschaffen. „Viele von ihnen haben Traumatisches erlebt. Wir bieten den jungen Menschen eine altersadäquate Unterbringung und Betreuung. Unsere MitarbeiterInnen helfen ihnen auch, ihre einschneidenden Erlebnisse zu verarbeiten“, erklärt Dkfm. Dr. Sigfried Sellitsch, Präsident des Samariterbundes Wien. Im Mittelpunkt der sozialpädagogischen und psychosozialen Betreuung, die rund um die Uhr erfolgt, stehen neben der Strukturierung des Tagesablaufs integrationsfördernde Maßnahmen.

Tagesablauf der Jugendlichen

Vormittags besuchen die Jugendlichen, die beispielsweise aus Syrien und Afghanistan kommen, entweder regulär die Schule oder einen Deutschkurs, zu Mittag wird gemeinsam gegessen und abends gemeinsam gekocht. Auch in ihrer Freizeit lernen die Jugendlichen Deutsch – denn sie wissen, dass sie mit guten Deutschkenntnissen bessere Chancen für ihre Zukunft haben. Dabei werden sie auch von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen unterstützt. Sportliche Aktivitäten und kreative Workshops tragen zur Stabilisierung der Jugendlichen bei und helfen ihnen zudem ihre traumatischen Erlebnisse aus den Krisengebieten und während der Flucht zu verarbeiten.

Gabriele Votava, Bezirksvorsteherin des 12. Bezirks: „Es ist mit dieser Einrichtung gelungen, jungen Menschen einen guten Start in ein neues Leben zu geben.“ Auch DSA Anita Bauer, stellvertretende Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien und für die Wiener Grundversorgung von AsylwerberInnen zuständig, betont: „Uns ist wichtig, Flüchtlinge nicht einfach nur unterzubringen, sondern ihnen auch gute, auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Betreuung zu bieten. Deshalb arbeiten wir mit erfahrenen NGOs wie dem Samariterbund zusammen.“

Unterstützen auch Sie die Jugendlichen bei ihrem Start in ein neues Leben!

Spendenkonto: IBAN: Erste Bank AT65 2011 1287 6984 9600 BIC: GIBAATWWXXX

Klinisch Praktisches Jahr: „Wir lassen die Studierenden nicht im Regen stehen“

Krankenanstaltenträger werfen Rettungsanker und bieten MedUni Wien befristete Übergangslösung

„Wir begrüßen die Einführung des Klinisch Praktischen Jahres (KPJ) und freuen uns auf die Studierenden, die wir in höchster Qualität ab August in unseren Häusern klinisch ausbilden werden. Aber an einem gemeinsamen Vertrag der Universitäten mit allen Trägern unter fairen Bedingungen führt kein Weg vorbei. Darauf haben sich alle Träger verständigt, und es ist höchste Zeit, dass sich die Universitäten mit uns endlich an den Tisch setzen“, erklärte KAV-Generaldirektor-Stellvertreter Prof. Dr. Udo Janßen heute, Donnerstag,  im Namen der  VertreterInnen der Krankenanstaltenträger Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), KABEG, Barmherzige Brüder, Vinzenz Gruppe sowie Wiener Gebietskrankenkasse bei einer Pressekonferenz.

Von einer praxisnahen Ausbildung profitieren nicht nur die Studierenden selbst. Auch die zukünftige ärztliche Versorgung der Österreicherinnen und Österreicher wird durch das zur Verfügung Stellen von ausreichend qualitativen und regional ausgewogenen Ausbildungsplätzen sichergestellt.

Vertragliche Basis für eine erfolgreiche Umsetzung

Um das Vorhaben KPJ erfolgreich umsetzen und abwickeln zu können, bedarf es einer vertraglichen Grundlage, einer gemeinsam abgestimmten und dauerhaften vertraglichen Basis zwischen Universitäten und Krankenanstaltenträgern. Bis dato fanden keine gemeinsamen offiziellen Vertragsverhandlungen zwischen Universitäten und Krankenanstaltenträgern statt. Es gibt bis zum heutigen Tag keine langfristige vertragliche Lösung.

„Wir lassen die Studierenden nicht im Regen stehen, sie dürfen nicht die Leidtragenden sein. Wir haben der Medizinischen Universität  Wien nun einen Rettungsanker zugeworfen. Gemeinsam ermöglichen wir einen auf ein Jahr befristeten Vertrag, um die Absolvierung des KPJ zu ermöglichen, da es die MedUni Wien bislang verabsäumt hat, ihren Studierenden mittels Verhandlungen ausreichend KPJ-Plätze vertraglich zu sichern“, so Janßen. Und weiter: „Somit springen die Träger für die MedUni in die Presche und finanzieren dieses eine Jahr vor. Grundbedingung dafür ist, dass es noch im Juni zu einer Fixierung der Verhandlungen kommt. Bis Ende 2014 müssen Ergebnisse vorliegen. Klar ist aber, dass ab nächstem Jahr die Ausbildungsleistung, die die Träger im Rahmen des KPJ erbringen, auch entsprechend von den Universitäten abgegolten wird. Bei den derzeitigen Praktikaverträgen stand die monetäre Abgeltung nie zur Diskussion.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Dr. Klaus Klaushofer, Ärztlicher Leiter des Hanusch Krankenhauses (HKH) der WGKK: „Mir ist wichtig, dass der Konflikt nicht auf dem Rücken der Studentinnen und Studenten ausgetragen wird. Die öffentlichen Spitäler tragen schon seit langer Zeit umfassend zur Ausbildung bei, was in der Diskussion zu wenig anerkannt wird. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wenn nun die Kosten für ein ganzes Studienjahr auf die Rechtsträger der Spitäler abgewälzt werden.“

Wie den anderen Krankenhausträgern ist auch der Vinzenz Gruppe eine hohe Ausbildungsqualität besonders wichtig. „Ich bin sehr froh darüber, dass sich die großen Krankenhausträger quasi auf ein ,Erste Hilfe-Paket‘ für das Klinisch Praktische Jahr geeinigt haben“, sagt Mag. Stephan Lampl, Geschäftsleiter Region Ostösterreich in der Vinzenz Gruppe. Es wäre untragbar, würden die Studierenden das Nachsehen haben. „Um die Uneinigkeit zwischen der Universität Wien und den Krankenhausträgern nicht auf dem Rücken der Studierenden auszutragen, bieten wir Krankenhausträger diese Vorausleistung an. Allerdings können wir diese nur dann umsetzen, wenn die medizinische Universität garantiert, bis Ende 2014 einen mit den Spitalsträgern ausverhandelten Vertrag über die Durchführung des Klinisch Praktischen Jahrs mit uns Trägern abzuschließen“, betont Lampl.

Seit 2012 steht Änderung des Curriculums fest

Der Beschluss zur Abänderung des Curriculums, also die Auslagerung der Ausbildung im sechsten Studienjahr an die Spitalsträger, wurde an der Medizinischen Universität Wien bereits am 25. Mai 2012 gefasst. Seit Herbst 2013 gibt es seitens der Spitalsträger unmissverständliche Signale an die MedUnis, gemeinsame Rahmenbedingungen für alle Träger zu schaffen und das KPJ österreichweit für alle Studierende zu denselben qualitativen Bedingungen anzubieten. Ein Entwurf der Träger dafür wurde von der MedUni Wien abgelehnt. Auch weiterführende Gespräche verweigerten die MedUnis bis dato. Ein gemeinsamer Brief aller Träger Ende März dieses Jahres (ausgenommen Salzburg, Tirol, Vorarlberg) an die RektorInnen mit der Bitte um Terminvorschläge für gemeinsame Vertragsgespräche, blieb bis heute unbeantwortet. Als Verhandlungsbasis gibt es lediglich einen Standardentwurf der MedUni Wien und viele offene Punkte seitens der Träger wie zum Beispiel die monetäre Abgeltung, die Vereinheitlichung der bis dato unterschiedlichen Anforderungen an die Träger je MedUni, das Vorlegen des Logbuches (Leistungsverzeichnis) oder diverse administrative Fragen.

Der KAV hilft gemeinsam mit den oben genannten Trägern der MedUni aus der Patsche, indem sie gemeinsam eine befristete Übergangslösung anbieten. Der Ball liegt nun bei den Universitäten. „Wir lassen die Studentinnen und Studenten nicht hängen, stellen aber mit Verwunderung fest, dass die MedUni Wien ihrer Verpflichtung, den Studierenden ein Studium in Mindestdauer zu ermöglichen, unzureichend nachkommt. Um eine hochqualitative Ausbildung nach Vorstellungen der MedUni Wien jedoch anbieten zu können, braucht es auch eine ökonomische Grundlage“, sagt Janßen.

Hohe Anforderungen an Spitäler seitens der Medizinischen Universität Wien

Die MedUni lagert mit Einführung des Klinisch Praktischen Jahres die gesamte Ausbildung im sechsten Studienjahr aus, erhält dafür aber weiterhin das Budget für die Ausbildung vom Ministerium. Zudem stellt die Universität hohe Anforderungen an die Spitäler in Bezug auf Infrastruktur, Betreuung, Administration, Überprüfung des Lernfortschritts etc. Den Trägern entstehen damit Kosten in der Höhe von rund 12.000 Euro pro Studierenden pro KPJ.

Studentinnen und Studenten der Humanmedizin müssen im sechsten Studienjahr eine klinisch-praktische Ausbildung absolvieren, um ihr Studium abschließen zu können. Die Medizinische Universität Wien startet das sogenannte Klinisch Praktische Jahr am 4. August, das in Graz und Innsbruck in ähnlicher Form bereits seit mehreren Jahren läuft. Die Intensivierung der klinisch-praktischen Ausbildung durch die Universitäten und die damit verbundenen Einbindung der Krankenanstalten als Lehrkrankenhäuser wird von Seiten der Träger der österreichischen Krankenanstalten als wichtiges gemeinsames Anliegen gesehen.

Das Klinisch Praktische Jahr umfasst in Wien eine durchgängige praktische Ausbildung von 48 Wochen à 35 Wochenstunden. Sie ist in drei KPJ-Tertiale zu je 16 Wochen unterteilt, die aus den Fächerkörben „Innere Medizin“, „Chirurgische und perioperative Fächer“ sowie „Wahlfächer“ bestehen, aus denen die Studierenden wählen können. Die KPJ-Tertiale können in beliebiger Reihenfolge sowie an derselben oder an unterschiedlichen Krankenanstalten absolviert werden. Um den Studierenden unabhängig von ihrem Universitätsstandort die Absolvierung ihres KPJs in jedem österreichischen Krankenhaus zu ermöglichen, bedarf es einer einheitlichen Grundlage. Studierende, egal von welcher MedUni, sollen bei allen Trägern auf selbe Qualitätsstandards treffen und auch überall die Möglichkeit haben, ihr KPJ unter selben Bedingungen zu absolvieren. Der erste Einstiegstermin ist der 4. August 2014, danach kann in achtwöchigem Abstand begonnen werden.

Gemeinsames Ländermodell macht Pflegeausbildung fit für die Zukunft

Wehsely sieht weitreichenden Beschluss als Meilenstein in der Neuausrichtung der Pflegeberufe

Die seit 2007 stattfindende Diskussion zur Ausrichtung der Pflegeberufe hat bei der gestrigen LandesgesundheitsreferentInnenkonferenz eine erfreuliche Weiterentwicklung erfahren. Die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely zeigt sich nach der erfolgreichen Verhandlung auf Länderebene über das einstimmig beschlossene Modell zur Neuausrichtung der Pflegeberufe höchst erfreut. „Dieser weitreichende Beschluss der Länder stellt eine Innovation in der Ausrichtung der Pflegeberufe dar und ist ein wichtiger Fortschritt für die Gesundheitsversorgung dieses Landes.“

Bundesländermodell sieht zukünftig drei Säulen der Pflegeberufe vor

Die drei Säulen führen von der Pflegehilfe über Pflegeassistenz zum zukünftig tertiär ausgebildeten gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege. Durch das neue Modell ist eine klare Regelung der Tätigkeitsbereiche und Aufgabengebiete der einzelnen Berufsgruppen sichergestellt. Besonders wichtig scheint in diesem Zusammenhang auch die bundesweit einheitliche Lösung des Modells, welches gestern die Zustimmung aller neun Länder gefunden hat.

Durch die besondere Durchlässigkeit dieses Modells wird es in Zukunft auch möglich sein, sich von der Pflegehilfe zur Pflegeassistentin bis hin zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, welcher tertiär ausgebildet wird, weiterzuentwickeln. Die geplante neue Säule der Pflegeassistenz soll definierte Tätigkeiten des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege eigenständig übernehmen können. Wichtig ist Wehsely in diesem Zusammenhang, dass es keine Schlechterstellung für die bisher ausgebildeten diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen geben wird. „Das Tätigkeitsprofil der tertiär Ausgebildeten wird sich von den derzeitig ausgebildeten diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen nicht unterscheiden. Selbstverständlich werden auch die zukünftig tertiär Ausgebildeten direkt im patientInnennahen Bereich arbeiten. Ganz nach dem Motto: Die Besten ans Bett“, betont Wehsely.

„Ein generalistisches Modell der Pflegeberufe schafft Flexibilität für die Trägereinrichtungen und sichert nachhaltig die Qualität zur universellen Einsetzbarkeit der Pflegepersonen – zur Zufriedenheit der MitarbeiterInnen und zum Wohl der PatienInnen“, so Wehsely weiter.

„Umso wichtiger ist es daher, dass dem Beschluss der LandesgesundheitsreferentInnen Folge getragen wird und – wie beschlossen – bis Juni ein entsprechender Gesetzesentwurf vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt wird“, so Wehsely abschließend.

Wiener Energieunterstützung: Wehsely und Hebein ziehen positive Bilanz

Maßnahmen sind treffsicher, konkret und nachhaltig; seit Jänner 2013 wurden mehr als sieben Millionen Euro ausgezahlt

Im Jänner 2013 wurde die neue Wiener Energieunterstützung eingeführt. Dazu zählen die einmalige Bezahlung von Energiekostenrückständen, eine verstärkte Energieberatung von Haushalten sowie die Finanzierung von daraus resultierenden Energiesparmaßnahmen und der Tausch von veralteten Durchlauferhitzern. Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Gemeinderätin Birgit Hebein zogen heute eine positive Bilanz nach dem ersten Jahr Wiener Energieunterstützung und kündigten weitere Verbesserungen für die kommenden Monate an.

„Wien lebt soziale Verantwortung, daher darf Energiearmut darf in dieser Stadt keinen Platz haben. Die Mindestsicherung entlastet bereits rund 150.000 Wienerinnen und Wiener gezielt bei ihren Heizungs- und Stromkosten. Mit der Wiener Energieunterstützung haben wir nun eine wichtige zusätzliche Unterstützung, die sich bewährt hat. Denn diese neue Leistung bedeutet bürokratische und nachhaltige Hilfe, das ganze Jahr hindurch und über die bisherigen Möglichkeiten hinaus. Seit Jänner 2013 wurden mehr als sieben Millionen Euro bereitgestellt“, zieht Sozialstadträtin Wehsely eine erste positive Bilanz.

„Durch die Wiener Energieunterstützung findet erstmals eine Vernetzung zwischen dem Energie- und dem Sozialbereich statt. Dadurch konnten im ersten Jahr über 10.000 Menschen gezielt unterstützt werden. Wir sind auf gutem Weg jene Menschen zu erreichen, die von zunehmender Energiearmut betroffen sind und überprüfen laufend die Wirksamkeit der Maßnahmen. Das Ziel ist und bleibt, dass niemand in Wien frieren muss und Armut auf allen Ebenen bekämpft wird“, so Birgit Hebein von den Grünen Wien.

Die drei Maßnahmen der Wiener Energieunterstützung

Energie-Jahresabrechnungen können unerwartet hoch ausfallen und bei Menschen in einer finanziell angespannten Situation zu einer akuten Notlage führen. Viele Jahresabrechnungen werden erst in den Sommermonaten fällig. Die Wiener Energieunterstützung hilft diesen Menschen in besonderer Notlage unbürokratisch und das gesamte Jahr über. Voraussetzung ist eine Prüfung der besonderen Bedürftigkeit durch die MA 40. Im Schnitt wurden für die einmalige Bezahlung von Energierechnungen € 500 pro Haushalt aufgewendet.

Veraltete Elektrogeräte, undichte Fenster oder in die Jahre gekommene Boiler erhöhen den Energieverbrauch und belasten das Budget einkommensschwacher Haushalte besonders. Im Rahmen der Wiener Energieunterstützung 2013/2014 wurden nach einer kostenlosen Energieberatung langfristig wirksame Maßnahmen finanziert, die die Energieeffizienz steigern und den Energieverbrauch dauerhaft senken. ProjektpartnerInnen dabei waren die Ombudsstelle der Wien Energie und die Umweltberatung Wien. Mehrere hundert einkommensschwache Haushalte konnten an dieser Aktion teilnehmen. Die durchschnittliche Unterstützung betrug rund € 1.000 pro Haushalt.

Fünf-Liter-Gas-Durchlauferhitzer sind teuer im Verbrauch, ineffizient in der Nutzung und stellen oftmals ein Sicherheitsrisiko dar. Wien Energie Gasnetz hat daher im Februar 2013 alle rund 17.000 Haushalte angeschrieben, die in Wien noch einen solchen Durchlauferhitzen nutzen und ihnen einen Umstieg auf eine sichere und effiziente Gerätetechnologie angeboten. Mobilpassbesitzerinnen und -besitzer in rund 1.600 Haushalten konnten für den Tausch eine Förderung bis zu einem Betrag von € 700 in Anspruch nehmen.

Budgetausschöpfung 2013/2014

Von Anfang Jänner 2013 bis Ende März 2014 wurden für alle drei Maßnahmen der Wiener Energieunterstützung mehr als 7 Mio. Euro ausgegeben, wobei der mit Abstand größte Anteil die einmalige finanzielle Unterstützung im Fall eines Energiekostenrückstandes war (6,64 Mio. Euro). Im Kalenderjahr 2013 wurde das gesamte Budget von 6 Mio. Euro verbraucht. Insgesamt 14.747 Haushalte profitierten von Jänner 2013 bis Ende März 2014 von einer der drei Maßnahmen der Wiener Energieunterstützung, im Kalenderjahr 2013 waren es 11.128 Haushalte.

Das Budget der Wiener Energieunterstützung 2013/2014 in der Höhe von 6 Mio. Euro ist in das Sozialhilfebudget in der Höhe von insgesamt 443 Mio. Euro eingebettet. 430 Mio. Euro davon werden für die Auszahlung der BMS aufgewendet. Aus dem Budget der Hilfe in besonderen Lebenslagen ist bei Bedarf eine Unterstützung in Fällen von Energiearmut auch über das Budget der Energieunterstützung in der Höhe von 6 Mio. Euro möglich.

Ergebnisse der Evaluierung durch die MA 40

Insgesamt zeigt die Evaluierung, dass die Wiener Energieunterstützung ihr Ziel, einkommensschwache Haushalte in Zeiten steigender Energiekosten nachhaltig zu entlasten, umfassend erreicht hat. Einige Faktoren waren dafür besonders ausschlaggebend: So findet erstmals eine Vernetzung zwischen dem Energie- und dem Sozialbereich statt. Den Betroffenen kann dadurch rascher, treffsicherer und unbürokratischer geholfen werden. Niederschwellige Angebote wie der Einsatz von EnergieberaterInnen und die individuelle Begleitung durch MitarbeiterInnen der Sozialarbeit werden von den Betroffenen besonders gut angenommen. Gerade im Sinne einer möglichst nachhaltigen Unterstützung hat sich der Mix aus Soforthilfe und langfristigen Maßnahmen bewährt, während Einmalaktionen keine breite Akzeptanz finden. Die Umstellung von einer Einmalzahlung im Jänner zu einer Unterstützung, die das ganze Jahr über beantragt werden kann, war ein weiterer Erfolgsfaktor. Die Wiener Energieunterstützung zeigt auch, dass Sachleistungen im Sozialbereich generell treffsicherer, konkreter und nachhaltiger sind.

Neuerungen bei der Wiener Energieunterstützung 2014/2015

Aufbauend auf den bisher gewonnenen Erfahrungen wird die Energieunterstützung künftig als ständiges Angebot etabliert. Dabei soll der Kreis der Menschen, die von der Stadt im Falle von Energiearmut unterstützt werden, gleich bleiben, ebenso das Kriterium der sozialen Bedürftigkeit. Rund 100.000 Menschen – alle, die einen Mobilpass besitzen – konnten und können bei Bedarf von der Energieunterstützung profitieren.

Einige Veränderungen werden die Wirksamkeit der Wiener Energieunterstützung weiter erhöhen: So wird in der MA 40 ein eigenes „Team Wiener Energieunterstützung“ geschaffen. Es besteht aus sechs SozialarbeiterInnen. Das Team ist für die Bearbeitung aller Ansuchen verantwortlich, unterstützt die KundInnen bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen und kümmert sich um die Nachbetreuung. Die MitarbeiterInnen kooperieren gezielt mit Wiener Wohnen, Hausverwaltungen und Handwerksunternehmen. Die Zusammenarbeit mit der Ombudsstelle von Wien Energie und anderen Energieversorgern wird weiter intensiviert. Auch die Vernetzung mit NGOs soll ausgebaut werden.

Nach den positiven Erfahrungen im ersten Jahr wird die Energieberatung in Zukunft fixer Bestandteil der Wiener Energieunterstützung. Die Umweltberatung Wien führt mit ihren professionell ausgebildeten und zertifizierten EnergieberaterInnen ab sofort pro Jahr rund 360 Energieberatungen durch. Das aufsuchende Element wird dadurch weiter gestärkt. Die MA 20 – Abteilung Energieplanung kommt für die Kosten der EnergieberaterInnen auf. Damit ist sichergestellt, dass die finanziellen Mittel der MA 40 für die Wiener Energieunterstützung zu 100 Prozent dem betroffenen Personenkreis zugute kommen.

Wehsely feiert 30 Jahr-Jubiläum KWP-Pensionisten-Wohnhaus Mariahilf

Besonderes Betreuungsangebot für ältere Menschen mit Behinderungen bzw. mit psychiatrischen Erkrankungen

Jede Menge zu feiern gab es am Dienstag, 8. April 2014, im Haus Mariahilf. Seit genau 30 Jahren steht das beliebte Haus älteren WienerInnen im 6. Wiener Gemeindebezirk zur Verfügung und bietet insgesamt bis zu 292 Menschen Platz. Das Haus befindet sich in der Nähe zum ruhigen, autofreien Loquaipark, zur Mariahilfer Straße und den Kulturstätten am Ring. Zwei kleine Innenhöfe bieten Grünoasen mitten in der Stadt.

Die Leistungsangebote im Haus Mariahilf reichen von Unterstütztem Wohnen für Menschen ohne Pflegebedarf über Betreutes Wohnen mit bedarfsorientierten Betreuungsleistungen bis zu Gepflegt.Wohnen mit intensiver Pflege durch qualifiziertes Fachpersonal im stationären Bereich.

Eine Besonderheit des Haus Mariahilf ist das Betreuungsangebot für ältere Menschen mit Behinderungen bzw. mit psychiatrischen Erkrankungen. Tagsüber wird eine durchgehende Betreuung geboten. Den BewohnerInnen stehen zusätzlich ein/e PsychiaterIn und eine psychiatrische DGKS zur Seite. Auch hier gilt: Das Leben soll so selbstbestimmt wie möglich sein. Möglich wird das durch ein zeitgemäßes und bedarfsorientiertes Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangebot mit strukturierten Tagesabläufen.

Im Haus Mariahilf haben alle BewohnerInnen die Möglichkeit, ihre Wohnungen mit persönlichen Möbeln und Erinnerungsstücken einzurichten. Ebenso gibt es für die BewohnerInnen ein vielfältiges Angebot an Freizeitaktivitäten wie regelmäßige Musikveranstaltungen, Kegelturniere sowie Bewegungs- und Gedächtnistrainings im Haus oder dem ganzjährigen Klubbetrieb. Niemals zu kurz kommt auch der Genuss: Im Haus Mariahilf wird täglich frisch gekocht.

Besonders erfreut über die Beliebtheit dieses Hauses zeigten sich die prominenten GratulantInnen, wie Sozial- und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely: „Das Haus Mariahilf ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich eine SeniorInneneinrichtung perfekt in einen jungen, dynamischen Bezirk einfügen kann. Neben den umfassenden Leistungsangeboten und zahlreichen  Freizeitaktivitäten findet hier Austausch und Dialog statt – zum Wohl von Jung und Alt.“

Hintergrund zu den Häusern zum Leben

Das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) ist ein wichtiger Teil des vielfältigen Betreuungsnetzwerkes der Stadt Wien für SeniorInnen. In den letzten Jahren hat das KWP, aufgrund der veränderten Nachfrage einer immer älter werdenden Zielgruppe, einen großen Wandel vollzogen und ein neues Betreuungsangebot und zeitgemäße Ausstattungsstandards entwickelt. War früher der häufigste Einzugsgrund die komfortablere Wohnung, so sind es heute die Betreuungssicherheit bei Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, die Erhaltung der sozialen Kontakte und eine aktive Freizeitgestaltung, die die SeniorInnen an den Häusern zum Leben schätzen. Im Zuge dessen konnte das KWP in den letzten zwei Jahren zwei Häuser, das neue Haus Döbling (2012) und das generalsanierte Haus Rosenberg (2014) fertigstellen. Mitte 2014 wird die Generalsanierung und der Umbau des Haus Liebhartstal beendet sein. Im Juli ziehen die ersten BewohnerInnen in das neue Pensionisten-Wohnhaus in Ottakring ein.

Das 1960 gegründete Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) ist ein gemeinnütziger privatrechtlicher Fonds der Stadt Wien. Er betreibt in Wien die 31 Häuser zum Leben, die rd. 8.800 älteren Menschen Platz bieten. Mit einem Angebot von Wohn- und Pflegeplätzen in fast allen Wiener Gemeindebezirken, rund 100 Schwerpunkt-Betreuungsplätzen (Remobilisationsstationen, Betreuungszentrum Rosenberg) sowie den 163 Pensionistenklubs der Stadt Wien ist das KWP der österreichweit größte Anbieter von Seniorenbetreuung. Insgesamt 3.600 MitarbeiterInnen bemühen sich täglich um die Betreuung der Wiener SeniorInnen.