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Stadträtin Sonja Wehsely reicht Klage wegen übler Nachrede ein

Vorwürfe der FPÖ sind völlig haltlos

„Ich weise die Vorwürfe der FPÖ Wien aufs Schärfste zurück. Die FPÖ Wien hat damit jegliche Sachebene einer politischen Auseinandersetzung verlassen und schreckt mittlerweile auch vor persönlicher Diffamierung nicht mehr zurück. Ich habe deshalb rechtliche Schritte eingeleitet und werde mich persönlich juristisch gegen die erhobenen Vorwürfe wehren“, reagiert die Wiener Sozialstadträtin auf die heutige Pressekonferenz der FPÖ Wien.

„Ich habe kein Problem mit einer harten politischen Auseinandersetzung und auch Kritik an meiner politischen Arbeit, das gehört zum Diskurs einer modernen Demokratie. Mit den nun erhobenen ungeheuerlichen Anschuldigungen, ist aber die Grenze deutlich überschritten. Eine Klage gegen die FPÖ Wien auf Unterlassung, Widerruf und Veröffentlichung des Widerrufs wird eingebracht. Die Diffamierungskampagne der FPÖ gegen die BMS-BezieherInnen und auch gegen die MitarbeiterInnen schadet allen Beteiligten. Die mit der BMS verbundenen Herausforderungen müssen gemeinsam bewältigt werden. Der Stil, den die FPÖ Wien hier an den Tag legt, zielt nicht auf die Bewältigung dieser Themen ab sondern ausschließlich auf Skandalisieren, Diffamieren und Hetzen“, so Wehsely.

Positives Auftaktgespräch zwischen Stadt Wien, WGKK und Ärztekammer zum niedergelassenen Bereich

Als gutes Gespräch bezeichnete Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely das heutige Treffen mit der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer zur Weiterentwicklung des niedergelassenen Bereichs. „Ich bin froh, dass wieder eine Gesprächsbasis vorhanden ist. Denn es ist hoch an der Zeit, wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren“, betont Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse. Konkret habe man sich geeinigt, über drei Themen weiterzuverhandeln, die den niedergelassenen Bereich wesentlich betreffen. Dabei geht es um die Weiterentwicklung des Wiener Modells zur Primärversorgung, das Aufsetzen des so genannten Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG), der unter Einbeziehung der Wiener Ärztekammer entstehen soll sowie fortlaufende Gespräche zum Thema Teweb und Ärztefunkdienst. Ziel bei der weiteren Gestaltung des Gesundheitssystems sei jedenfalls nicht „more of the same“, so Reischl weiter, sondern der Anlauf zu „einem echten Modernisierungsschub bei der medizinischen Versorgung“.

Erste Ergebnisse sollen in drei Wochen vorliegen. Die Ärztekammer muss zuvor jedoch noch ihre Kurie damit befassen. „Ich hoffe, dass die Ärztekammer die Gespräche fortführt, die jetzt durch die Auseinandersetzungen rund um den Krankenanstaltenverbund (KAV) unterbrochen wurden. Wir haben große Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in Wien zu bewältigen. Um dies zu schaffen, ist die Zusammenarbeit aller wichtigen Institutionen im Gesundheitswesen unumgänglich“, sagte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely abschließend.

Stadt Wien setzt weiteren Schritt für bedarfsgerechte Pflege – Migrationsstudie zu Pflegeleistungen zeigt Handlungsbedarf

Präsentation der Studie „Einfluss der Migration auf Leistungserbringung und Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen in Wien“

„Die Wienerinnen und Wiener können sich bis ins hohe Alter auf ihre Stadt verlassen: jene die Pflege- und Betreuungsangebote benötigen, steht ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Angebot an Pflege- und Betreuungsleistungen zur Verfügung, unabhängig vom Einkommen. Der Stadt Wien ist es ein großes Anliegen, dass alle Menschen, die in Wien leben, diese Angebote kennen und wissen, dass sie ihnen bei Bedarf zur Verfügung stehen. Sieht man sich aber die KundInnen unserer Angebote genauer an, so fällt auf, dass WienerInnen mit Migrationshintergrund unterdurchschnittlich oft diese Leistungen annehmen,“ erklärt Sozialstadträtin Sonja Wehsely angesichts der Ergebnisse der Studie „Einfluss der Migration auf Leistungserbringung und Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen in Wien“.

Die Studie zeigt, dass bestimmte Gruppen von Wienerinnen und Wienern mit ausländischer Herkunft die Pflege- und Betreuungsleistungen der Stadt nur unterdurchschnittlich oft in Anspruch nehmen. Aufgrund dieser Erkenntnis, wurde im Rahmen der vorliegenden Studie nach den Gründen für diese Nicht-Inanspruchnahme bzw. nach den Erwartungen der MigrantInnen an die Pflege- und Betreuungsangebote gefragt. „Der gleiche Zugang zu den Leistungen der Stadt für alle Menschen, die in Wien leben, ist ein zentrales Ziel der Politik. Die Ergebnisse der Studie bestätigen den bisherigen Weg der inklusiven Pflege- und Betreuungspolitik in Wien, zeigen aber auch viele Ansätze und Handlungsoptionen auf, um den Zugang zu den Angeboten zu vereinfachen und die Leistungen so zu gestalten, dass sie alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ansprechen“, so Wehsely.

Über 400 Menschen direkt befragt
Im Rahmen der Studie wurden von Prof. Reinprecht (Institut für Soziologie, Universität Wien) und seinem Team wurden 429 WienerInnen, die ursprünglich aus der Türkei, dem Iran, Bosnien, Serbien und Polen kommen, interviewt. Wien nimmt damit eine Vorreiterrolle ein, da nicht über die betroffenen Menschen geredet wird, sondern diese selbst zu Wort kommen und ihre Erwartungen an das System der Pflege und Betreuung formulieren können. Für Sozialstadträtin Wehsely ist diese direkte Befragung besonders wichtig: „Nur wenn wir die Wünsche und Sorgen der Menschen kennen, können wir unsere Leistungen treffsicher gestalten und weiter entwickeln“. Prof. Reinprecht betont mit Blick auf die umfangreichen Interviews und Analysen: „Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die unterschiedlichen Erwartungen an die Pflege- und Betreuungsleistungen vor allem im Zusammenhang mit dem Milieu der Befragten zu sehen sind und weniger mit dem Herkunftsland. Zudem spielt die Erfahrung der Migration ein besondere Rolle“.
Generation der „GastarbeiterInnen“ wird älter Bei den älteren MigrantInnen in Wien handelt es sich um eine noch kleine, aber ständig wachsende Gruppe. Insbesondere die Generation der sogenannten GastarbeiterInnen kommt in ein Alter, indem die Thematik der Pflege und Betreuung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zudem zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Mehrheit der befragten MigrantInnen plant, ihr Alter in Wien bzw. Österreich zu verbringen: 56% der Befragten wollen auf jeden Fall in Wien bleiben, nur 8 % haben vor nicht zu bleiben. Insgesamt ist eine zunehmende Diversifizierung der Gruppe der älteren Menschen in Wien zu erwarten und die künftige Gestaltung von Leistungen hin zu individuellen, flexiblen und durchlässigen Angeboten gewinnt weiter an Bedeutung.

Mehrheit der Befragten bevorzugt Pflegeeinrichtungen, die für alle offen sind
Spezielle Angebote im stationären Bereich, die sich nur an Menschen einer bestimmten Herkunftsgruppe richten und für andere nicht zugänglich sind, werden von einer kleineren Gruppe der Befragten gewünscht. Die Mehrheit der befragten MigrantInnen bevorzugt Einrichtungen, die für Menschen jeder Herkunft offen sind und die gruppenspezifische Vergemeinschaftungen zulassen. Damit wird der bisherige inklusive Ansatz der Pflege- und Betreuungspolitik in Wien bestätigt. Zudem zeigen die Studienergebnisse, dass Wohlbefinden (95%) und Geselligkeit (82%) für die Befragten ausschlaggebende Kriterien für eine attraktive Pflegeeinrichtung sind, oder etwa der Wunsch nach Gemeinschaft mit Landsleuten und muttersprachlicher Unterhaltung (59%) oder eine Ausstattung mit Gebetsräumen und Rücksichtnahme auf religiöse Bedürfnisse (46%).
Erwartungen an Pflegekräfte orientieren sich an universellen Normen Die Erwartungen an die Pflegekräfte reichen von universellen Normen, wie Professionalität, Qualifikation und Empathiefähigkeit bis hin zu spezifischen Wünschen, wie Sprachkenntnissen. Besonders wichtig sind den Befragten Respekt (96%) sowie Verständnis (90%). Das gleiche Geschlecht ist für 46% der Befragten wichtig, eine muttersprachliche Betreuung für 47%, dass die Pflegekraft der gleichen Volksgruppe angehört hat jedoch weniger Bedeutung (26%).

Nutzung von Informationsmöglichkeiten zeigt Handlungsbedarf
21% der befragten MigrantInnen haben sich bereits über Pflege und Betreuungsangebote informiert. Als Informationsquellen wurden von 49% die Familie oder Verwandte genannt, fast genauso wichtig sind FreundInnen oder Bekannte (48%), HausärztInnen (43%) oder Einrichtungen der Stadt Wien (34%). Hier ist ein Verbesserungspotential deutlich erkennbar. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass alle Menschen, die in Wien leben, die qualitativ hochwertigen Pflege und Betreuungsleistungen kennen und wissen, dass sie ihnen bei Bedarf zur Verfügung stehen“, so Stadträtin Wehsely. Die Handlungsempfehlungen des ExpertInnen-Beirats zur Studie betonen die Wichtigkeit von zielgerichteten und persönlichen Informationen: Informationen sollen gezielt verteilt und von Erklärungen begleitet werden, der soziale Kontakt wird als zentral angesehen.

Inklusion als zentraler Schlüssel
Von besonderer Relevanz ist es auf die Sorgen und Ängste der Menschen einzugehen. So zeigt die Studie deutlich, dass Diskriminierungserfahrungen bzw. die Angst vor Diskriminierungen einen wesentlichen Einfluss auf die potentielle Inanspruchnahme von Leistungen durch MigrantInnen haben. Die Forschung macht aber auch auf bedeutende Handlungsressourcen aufmerksam. „Hierzu zählen z.B. psychische und biografische Ressourcen von Menschen mit Migrationserfahrung, wie etwa Abenteuerlust, Selbstwirksamkeit oder Arbeitsethos. Dazu kommt vor allem die Erfahrung der Inklusion. So sind jene MigrantInnen, die über keine Diskriminierungserfahrung berichten, sich über Angebote informiert haben und bereits einmal eine soziale Leistung bezogen haben auch dem Pflegesystem gegenüber offener“ so Prof. Reinprecht.

Studienergebnisse fließen in die künftige strategische Planung ein
Die Studie enthält neben den Befragungsergebnissen und einer ExpertInnenbefragung auch zahlreiche Handlungsempfehlungen. Diese werden direkt in die aktuelle Strategie „Pflege und Betreuung in Wien 2030“ einfließen. Eine der neun Leitlinien der Strategie hat das Ziel „inklusive Leistungen, die für alle zugänglich und auf alle unterschiedlichen Formen und Stadien von Pflege- und Betreuungsbedarfen vorbereitet sind“ zu schaffen. Die Umsetzung der Strategie wird von der MA 24 – Gesundheits- und Sozialplanung begleitet, die auch gemeinsam mit dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen die vorliegende Studie herausgegeben hat. Die Studienergebnisse werden auch in die weitere Arbeit der Sozialplanung Eingang finden und eine wichtige Grundlage für den Fonds Soziales Wien darstellen. Auch für den Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen mit seinen Mitgliedsorganisationen sollen die Erkenntnisse in die tägliche Arbeit einfließen und in handhabbare operative Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Kurzfassung der Studie steht auf der Homepage der MA 24 zum Download bereit.

Eröffnungsrede Ausstellung ‚Julius Tandler oder: Der Traum vom „neuen Menschen“‚

Sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich ganz besonders heute hier zu sein. Im Alltagstrubel, und von dem habe ich gerade viel, ist es nicht immer einfach den Schritt zurück zu machen und sich anzuschauen wie weit wir eigentlich schon gekommen sind.

In Vorbereitung zu heute hatte ich aber eine willkommene Gelegenheit dazu. Es gibt Leute, die das Hochhalten der Errungenschaften der roten Wiens als Folklore abtun und meinen das hat mit dem hier und jetzt nichts mehr zu tun. Diese Leute irren und am Beispiel von Julius Tandler ist das gut zu sehen.

Halten wir uns vor Augen, dass der 1. Weltkrieg keine 100 Jahre her ist. Er hat eine gewaltige Zerstörung in Europa hinterlassen und die politischen Verhältnisse neu geordnet. In dieser unruhigen Zeit hat die Wiener Sozialdemokratie ihre Vision davon wie eine Gesellschaft aussehen sollte, versucht in die Praxis umzusetzen: Eine Gesellschaft, in der die Ärmsten nicht einfach unbeachtet im Straßengraben sterben, eine Gesellschaft, in der Wohnen nicht nur leistbar sondern auch komfortabel ist und eine Gesellschaft, in der niemand wegen einer Grippe oder einer leicht zu behandelnden Krankheit sterben muss.

Julius Tandler war als Stadtrat für Wohlfahrts- und Gesundheitswesen, heute würde man sagen: Sozial- und Gesundheitsstadtrat, maßgeblich dafür verantwortlich. Er entwickelte vier Grundsätze. In heute gebräuchlichen Begriffen ausgedrückt besagen sie:  1. Alle haben Anspruch auf Hilfe. 2. Sozial- und Gesundheitspolitik hat nicht nur das Individuum, sondern auch sein Umfeld im Blick 3. Aufbauende Sozialarbeit hilft der Prävention und 4. Das Netz von Sozial- und Gesundheitsangeboten muss möglichst dicht und ergänzend sein, so dass niemand aus ihm raus fällt

Das sind Grundsätze, die nach wie vor die Eckpfeiler sozialdemokratischer Politik sind. Wir leben in Zeiten, wo sie fast wieder so revolutionär klingen, wie in den 20er Jahren. Dieses Modell eines modernen Sozialstaates, der sich nicht von der Mildtätigkeit einiger Reicher abhängig macht, wurde in der ganzen Welt übernommen. In Österreich hingegen stand das rote Wien gegen die reaktionär regierten anderen Bundesländer. Die Christlich-Sozialen und die Nazis marschierten in Sachen Antisemitismus und Sozialabbau schon damals im Gleichschritt und Tandler wurde eine ihrer besonderen Hassfiguren.
Dass Tandlers Ideen aber sowohl den Austrofaschismus, als auch den Nationalsozialismus überlebten und nach wie vor gelten, zeigt wie wichtig und umfassend sie waren.

In der Vorbereitung war für mich besonders auch die Jugendwohlfahrt von besonderer Bedeutung. Seit November letzten Jahres fällt auch dieser Bereich in meine Zuständigkeit, der schon bei Julius Tandler zentral zu Gesundheits- und Sozialpolitik gezählt wurde.
Hier hat sich sehr viel geändert, das ist klar. War es unter Tandler noch von vorrangiger Priorität die Säuglingssterblichkeit zu reduzieren und überhaupt eine eigenständige Jugendfürsorge aufzubauen, so sehen wir uns heute vor ganz neuen Herausforderungen. Wie sorgen wir für junge, oft sehr junge, Menschen, die alleine aus einem anderen Land ihren Weg zu uns gefunden haben? Welche Chancen wollen wir ihnen geben? In welchem Klima sollen sie aufwachsen? Wie lange wird es brauchen bis sie sich in unserer Gesellschaft zu Recht finden? Die MAG ELF ist hier in besonderes Maße gefragt.

Aber lassen Sie mich auch sagen, dass ich nicht alles über den grünen Klee loben möchte. Die Person Tandler verdient eine differenzierte und auch problematisierende Darstellung, wie Herwig Czech schon ausgeführt hat und wie es diese Ausstellung auch darstellt. Auch die von ihm begründeten und beförderten Institutionen tun gut daran, einen oder mehrere, kritische Blicke in ihre eigene Geschichte zu wagen. Das betrifft die Gesundheitsanstalten genauso wie das Fürsorgesystem allgemein, im Besonderen die Kinder- und Jugendfürsorge. Wo Unrecht geschehen ist, da gehört es aufgezeigt und aufgearbeitet. Mit der Kommission zu den Wiener Jugendheimen wurde hier ein richtiger Schritt getan. Ich habe mich auch sehr für eine österreichweite Gedenkveranstaltung eingesetzt, die nun, endlich, im November stattfinden wird. Getanes Unrecht kann nicht wieder gut gemacht werden, aber symbolisch ist es ein wichtiger Schritt, um als Stadt um Entschuldigung zu bitten.

Was bedeutet die Beschäftigung mit Julius Tandler nun für das hier und heute? Zum Einen, dass einem modernen sozialdemokratischen Gesundheits- und Sozialsystem ein ganz bestimmtes Menschen- und Gesellschaftsbild zu Grunde liegt. Wir richten es nicht auf die aus, die alles haben, sondern auf die, die gar nichts haben. Und wir schützen sie gegen Angriffe, ganz gleich ob von Konservativen oder von Rechtsextremen. Zum anderen ist ein Gesundheits- und Sozialsystem nichts Starres, sondern etwas Dynamisches. Es muss sich laufend an neue Gegebenheiten anpassen und evaluiert werden, sonst laufen wir Gefahr in Routinen stecken zu bleiben, die nicht mehr der Zeit entsprechen und mitunter sogar kontraproduktiv sind.

Gesundheits- und Sozialpolitik ist das Herzstück der Sozialdemokratie, das ist mir mit jeder Faser meines Daseins bewusst. In Zeiten in denen die Welt wieder in Unruhe gerät und sich gesellschaftliche Verhältnisse neu zu ordnen beginnen ist es umso wichtiger klar in der eigenen Position zu bleiben und nicht denen nachzulaufen, die nur vordergründig für die Ärmsten einstehen.  Denn das tun sie nicht. Julius Tandler und allen anderen VertreterInnen des roten Wiens sind wir es schuldig, dass wir ihre Errungenschaften verteidigen und weiter tragen und nie aufhören für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen, egal wie rau uns der Wind ins Gesicht bläst.

Wien ist beim Thema Inklusion auf dem richtigen Weg

Erste Befragung von FSW-KundInnen mit Behinderung brachte gute Ergebnisse

Der Fonds Soziales Wien (FSW) hat erstmalig eine KundInnenbefragung zur Lebensqualität von Menschen mit Behinderung durchgeführt. Die Leistungsangebote „Teilbetreutes Wohnen“, „Vollbetreutes Wohnen“ und „Tagesstruktur“ wurden für eine schriftliche und mündliche Befragung ausgewählt. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut TQS hat im Auftrag des FSW 1.154 Kundinnen und Kunden des Teilbetreuten Wohnens, des Vollbetreuten Wohnens sowie der Tagesstruktur persönlich befragt. Zusätzlich wurden 3.753 schriftliche Fragebögen ausgewertet.

„Beeindruckende 95 Prozent der schriftlich Befragten gaben an, mit ihren Betreuerinnen und Betreuern zufrieden zu sein, und 89 Prozent mit der betreuenden Organisation“, zeigt sich Gesundheits- und Sozialstadträtin Wehsely über das Ergebnis erfreut. „Ein besseres Feedback für die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich kann es kaum geben.“

Selbstbestimmung und Eigenständigkeit
Auch hinsichtlich der Wirkung der Betreuung gibt es eine positive Resonanz: 47 % der KundInnen gehen häufiger aus, 37 % machen mehr Sport und 54 % tun sich bei Ämtern und Behörden leichter. Insgesamt geben 57 % an, dass sie seit der Betreuung Dinge machen können, die sie vorher nicht machen konnten. Je nach Leistung meinen zwischen 82 und 85 Prozent der mündlich Befragten, dass sich ihr Leben durch die Betreuung verbessert hat. „Hier zeigt sich, dass Wien auf dem richtigen Weg ist: Wir unterstützen die Menschen darin, ihr Leben so selbstbestimmt und eigenständig wie möglich zu gestalten“, so Stadträtin Wehsely.

„Obwohl viele Kundinnen und Kunden mit den Einrichtungen und dem Betreuungspersonal sehr zufrieden sind, wünschen sich doch viele mehr Abwechslung und Aktivitäten in ihrem Alltag. Insbesondere Aktivitäten außerhalb der Einrichtung schaffen Abwechslung und Raum für Kontakte mit Menschen ohne Behinderung. Dieses Feedback ist für uns sehr wertvoll, weil es unser Anspruch ist, die hohe Qualität der Leistungen laufend zu verbessern“, so Robert Bacher, Leiter des Fachbereichs Behindertenarbeit, Mobilität und Beratung im FSW.

Verbesserungsbedarf erkannt – neue Angebote werden entwickelt
Bei den Interviews gab rund ein Drittel der Befragten an, sich zumindest teilweise von der Gesellschaft ausgegrenzt zu fühlen. „Daran müssen wir alle gemeinsam noch stärker arbeiten – nicht nur, weil es die UN-Konvention vorgibt, sondern weil uns die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein großes Anliegen ist“, so Stadträtin Wehsely. „Der Fonds Soziales Wien und der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen haben dazu kürzlich das Innovationsprojekt ‚Wiener Wege zur Inklusion‘ gestartet, um gemeinsam mit Menschen mit Behinderung über den Tellerrand hinauszublicken und neue Angebote zu entwickeln.“

Die Ergebnisse der KundInnenbefragung finden Sie hier zum Download.

SP-Leopoldstadt baut um: personelle Neuausrichtung der SPÖ-Fraktion im Bezirksparlament

Hora zieht sich zurück, Rompolt wird stellvertretende Bezirksvorsteherin Hora zieht sich zurück, Rompolt wird stellvertretende Bezirksvorsteherin

Aufbruchstimmung in der SPÖ-Leopoldstadt: Die Bezirkspartei hat gestern Abend die personellen Weichen für die Bezirksvertretung gestellt. Die GenossInnen in der Leopoldstadt entschieden sich in den Bezirksgremien einstimmig für Astrid Rompolt als stellvertretende Bezirksvorsteherin. Christoph Zich wird Klubobmann der SPÖ-Fraktion in der Leopoldstadt. Der bisherige Bezirksvorsteher Karlheinz Hora zieht sich aus der Politik zurück.

Bezirksparteivorsitzende und Stadträtin Sonja Wehsely dankt Karlheinz Hora für seine Arbeit und vor allem für sein unermüdliches Engagement im Bezirk: „Charly Hora war ein Bezirksvorsteher, dessen Anspruch es war, auch tatsächlich ein offenes Ohr für ’seine‘ Bewohnerinnen und Bewohner zu haben. Er wird eine große Lücke hinterlassen. Gleichzeitig bin ich froh, dass wir mit Astrid Rompolt eine erfahrene und engagierte Frau für die Funktion der Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin gewinnen konnten. Sie wird gemeinsam mit Klubobmann Christoph Zich dafür eintreten, dass sozialdemokratische Bezirkspolitik auch weiterhin groß geschrieben wird und die Leopoldstadt auch in Zukunft ein Bezirk ist, in dem sich alle wohl fühlen.“ Auch in Zukunft werde das Team der SPÖ-Bezirksvertretung aus erfahrenen aber auch jüngeren FunktionärInnen bestehen. „Der Mix aus alt und jung und dem fast 50%-Anteil an Frauen – von 17 Mandaten sind 8 Frauen, 9 Männer –  sorgen dafür, dass die Vielfältigkeit des Bezirks auch innerhalb des SPÖ-Fraktionsteam widergespiegelt wird“, betont Wehsely.

Astrid Rompolt bringt jahrelange Erfahrung als Bezirksrätin mit und wird in ihrer Funktion als Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin dafür sorgen, dass die soziale Handschrift auch in Zukunft in der Bezirksvertretung erkennbar ist. „Die Leopoldstadt hat sich aufgrund der verantwortungsvollen und engagierten Arbeit sozialdemokratischer Politikerinnen und Politiker zu einem lebendigen und lebenswerten Bezirk entwickelt. In meiner Funktion werde ich weiterhin klare sozialdemokratische Politik einbringen und gemeinsam mit den Bezirksrätinnen und Bezirksräten die Zukunft der Leopoldstadt aktiv mitgestalten. Das bedeutet, dass wir uns verstärkt um jene Menschen kümmern müssen, die in den vergangenen Jahren unter Reallohnverlusten leiden mussten. Mir geht es um gute Zukunftschancen für jeden Wiener und jede Wienerin.“ Rompolt weiter: „Diversität hatte und muss auch in Zukunft einen Platz bei uns im Bezirk haben. Bei der Frage der Mobilität ist es unsere Aufgabe, für ein gutes Miteinander zu sorgen – ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder der Bim.“, betont Rompolt.

Ing.in Astrid Rompolt, MA ist gebürtige Wienerin mit kroatischen Wurzeln. Die 42-Jährige Wienerin begann ihre politische Karriere 1989 in der Gewerkschaftsjugend, wo sie sich für die Interessen von SchülerInnen einsetzte. Seit 2001 ist Rompolt in der SPÖ Leopoldstadt aktiv. 2007/2008 war sie Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ Wien sowie von 2007 bis 2015 Bezirksrätin in der Leopoldstadt. 2015 rückte sie zur Stellvertreterin von Bezirksvorsteher Karlheinz Hora auf, der nun auf den ersten Listenplatz verzichtet. Als Ingenieurin für Bautechnik-Umwelttechnik begeistert sich Rompolt für die großen und kleinen Details der Bezirksarbeit. Seit 1996 ist sie Mitarbeiterin bei den Wasserwerken der Stadt Wien und seit 2006 Leiterin der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation bei der MA 31 – Wiener Wasser. Ihr Know-how hat sie tatkräftig in den Bauausschuss in der Leopoldstadt eingebracht. Auf dem zweiten Bildungsweg absolvierte Rompolt kürzlich das Master-Studium „Führung, Politik und Management“ an der FH Campus Wien.

Rompolt vereint ein buntes Team an SPÖ-BezirksrätInnen hinter sich. „Der Klub der SPÖ-ManadatarInnen spiegelt die Leopoldstadt wider:
Jung und alt, neu-zugezogen und alt-eingesessen, Frauen und Männer, FußgängerInnen, RadlerInnen, Bim- und AutofahrerInnen“, merkt Rompolt mit Augenzwinkern an.

Klubobmann Christoph Zich skizziert die Arbeit der Bezirksvertretungsfraktion: „Unser Anspruch für die nächsten Jahre lautet: die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur von unserer Arbeit zu überzeugen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die WählerInnen auch tatsächlich von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Der zweite Platz ist schmerzlich, jetzt geht es darum, die nächsten Jahre noch stärker zu nutzen, um auf die BezirksbewohnerInnen zu zu gehen, Hausbesuche durchzuführen, präsent in den Grätzln zu sein und deutlich zu zeigen: Auf die SPÖ Leopoldstadt ist Verlass, denn natürlich wollen wir bei den nächsten Wahlen 2020 wieder die Bezirksvorstehung durch gute sozialdemokratische Politik zurückgewinnen.“

Ausgezeichnete Ideen für ein gesundes Wien: Wiener Gesundheitspreis 2016

Wiener Gesundheitsförderungskonferenz bildete mit Stadträtin Wehsely und GR Wagner den feierlichen Rahmen

Den Höhepunkt der diesjährigen Wiener Gesundheitsförderungskonferenz bildete am Montag, 19. September 2016, einmal mehr die feierliche Verleihung des Wiener Gesundheitspreises. Den jeweils ersten Preis erhielten: „*peppament(e)“ in der Kategorie „Gesund in Grätzel und Bezirk“, „IGOR – Integrationsarbeit und Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum“ in der Kategorie „Gesund in Einrichtungen und Organisationen“ sowie „GAAS – Projekt zur Förderung der Gesundheitskompetenzen von Jugendlichen“ in der Kategorie „Gesunde Ernährung“. Sie waren von einer Fachjury aus zahlreichen eingereichten innovativen Projekten und Initiativen der Gesundheitsförderung und -vorsorge ausgewählt worden.

Unter dem Titel „Gesunde Ernährung. Inspirationen für die Praxis der Gesundheitsförderung“ bot die Konferenz im Festsaal des Wiener Rathauses den rund 350 TeilnehmerInnen frische Impulse für die praktische Arbeit, sowie viel Raum für fachliche Diskussionen und Austausch.

Bei ihrer Eröffnung griff Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely auch schon auf die Verleihung des Wiener Gesundheitsrpeises 2016 vor – ohne aber die PreisträgerInnen zu verraten: „Ich bedanke mich bei allen, die mit viel Engagement und Expertise mithelfen, die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener zu stärken. Der Wiener Gesundheitspreis ist eine Möglichkeit für uns, diesen Einsatz zu würdigen.“ Gleichzeitig biete er interessante Einblicke und Anregungen für die eigene Arbeit der KonferenzteilnehmerInnen – auch wenn es um gesunde Ernährung gehe: „Es ist wichtig schon frühzeitig ein Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung zu schaffen. Es ist aber auch nie zu spät, Ernährungsgewohnheiten zu ändern.“

Neue Impulse dazu lieferten die Vorträge „Warum Menschen anders essen, als sie sich ernähren sollten“ von Thomas Ellrott, „So will ich sein! Individualität, Identität und Essverhalten“ von Thomas Schröder und „Welche Moral hätten Sie denn gern? Essen im Konflikt zwischen unterschiedlichen Anforderungen an die Lebensführung“ von Barbara Methfessel.
Aus der Praxis auf die Bühne

Abgerundet wurde der Tag im Rathaus mit der abschließenden Verleihung des Wiener Gesundheitspreises 2016. Kurt Wagner, Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Gesundheit, Soziales und Generationen, und Dennis Beck, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung, überreichten die Preise und zeigten sich von der Vielfalt und der Innovation der ausgezeichneten Projekte beeindruckt. „Die Umsetzung und der Ausbau gesundheitsfördernder Projekte und Aktivitäten ist der Stadt Wien wichtig, um die Wienerinnen und Wiener bei einer gesünderen Lebensweise zu unterstützen“, so Kurt Wagner. „Aber noch wichtiger sind die Menschen, die hinter diesen Aktivitäten stehen. Und ich bin stolz und glücklich, einige davon heute hier kennengerlernt zu haben.“ Aus der Arbeit der Wiener Gesundheitsförderung weiß Dennis Beck, „wie viel Ausdauer und Einsatz die Arbeit im Bereich der Gesundheitsförderung braucht. Mit der heutigen Verleihung des Wiener Gesundheitspreises wollen wir Ihnen die Aufmerksamkeit und die Anerkennung geben, die Sie verdienen.“

Insgesamt wurden heuer 46 Projekte bzw. Publikationen eingereicht, in drei Kategorien: Gesund in Grätzel und Bezirk, Gesund in Eirichtungen und Organisationen und Gesunde Ernährung (Jahresschwerpunkt). Die vierköpfige Jury jeder Kategorie beurteilte die Einreichungen hinsichtlich ihrer Innovation bzw. Originalität, ihres Beitrags zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, der Gender- bzw. Diversitätssensibilität und – nicht zuletzt – der Nachhaltigkeit für die Zukunft. Die Preise sind in jeder Kategorie mit 2.000 Euro (1. Preis), 1.500 Euro (2. Preis), 1.000 Euro (3. Preis) und 500 Euro (Medienpreis) dotiert.

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Tag des Kindes: Sorgenfreie Tage für wohnungslose Kinder

Seit 35 Jahren lassen Mädchen und Burschen den Alltag in der Wiener Übergangswohneinrichtung Haus Kastanienallee am Kinderbauernhof Eschenau hinter sich.

Selbst im reichen Österreich sind Kinder von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen. Sie brauchen ganz besondere Unterstützung. Die bekommen sie etwa im von der FSW-Tochter „wieder wohnen“ betriebenen Haus Kastanienallee und dem Kinderbauernhof Eschenau in Niederösterreich. Zum österreichischen Tag des Kindes begehen die beiden Einrichtungen das 35-jährige Jubiläum ihrer Zusammenarbeit.

In den Familieneinrichtungen von „wieder wohnen“ leben mehrere Hundert Kinder, viele davon im Haus Kastanienallee. Neben einem Dach über dem Kopf werden die Familien dort intensiv betreut um wieder eigenständig wohnen zu können. Allen Bemühungen zum Trotz bleibt die Situation der Kinder schwierig: Oft ist die Familiensituation zerrüttet, die finanziellen Mittel sind immer begrenzt. Von Ausflügen oder Urlauben könnten die Kinder daher nur träumen – wäre da nicht der Kinderbauernhof Eschenau.

„Der Alltag von Kindern aus wohnungslosen Familien ist oft belastend. Umso schöner ist es, dass ihnen im Kinderbauernhof Eschenau schon so lange die Möglichkeit geboten wird, eine sorgenfreie Zeit erleben zu können, in der es nur um sie selber und ein gutes Miteinander geht. Ich wünsche ihnen noch viele gute Tage in Eschenau!“, gratuliert Wiens Sozialstadträtin Sonja Wehsely zum 35-jährigen Bestehen der Kooperation.

Im Kinderbauernhof Eschenau werden die Kinder aus dem Haus Kastanienallee, das schon über 100 Jahre im Dienst der Wiener Wohnungslosenhilfe steht, seit 1981 ebenso herzlich wie regelmäßig in Empfang genommen – sei es am Wochenende oder, in den Ferien, auch für längere Zeit. In dem idyllisch gelegenen Anwesen können sie ganz Kind sein und im Spiel mit den BetreuerInnen und im Kontakt zu den zahmen Tieren, die den Bauernhof bevölkern, ihre Probleme hinter sich lassen.

Über „wieder wohnen“ Die „wieder wohnen“ – Betreute Unterkünfte für wohnungslose Menschen gemeinnützige GmbH ist die größte Anbieterin innerhalb der Wiener Wohnungslosenhilfe. Sie stellt unterschiedliche Wohn- und Betreuungsangebote für individuelle Bedürfnisse zur Verfügung. „wieder wohnen“ wurde 2005 gegründet und ist ein 100%-iges Tochterunternehmen des Fonds Soziales Wien.
Über den Kinderbauernhof Eschenau Der Verein „Chance für das Kind – Chance für alle“ betreut seit 1981 wohnungslose Kinder am Wochenende und in den Ferien. Er versteht sich als soziale, überparteiliche und überkonfessionelle Einrichtung.

Wehsely: Stadt Wien und KAV sind Vorreiter für moderne Pflegeausbildung

FH-Pilotlehrgang läuft – Ausbildung zur Pflegeassistenz ist gestartet

„Der Pflegebereich steht vor großen Veränderungen. Im Juli 2016 wurde die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes im Nationalrat beschlossen, seit September ist sie in Kraft. Wien hat viele Jahre dafür gekämpft, dass die Berufsgruppe der Pflege die Möglichkeit bekommt, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und gleichzeitig von pflegefremden Tätigkeiten befreit wird. Wien war nicht nur maßgeblich bei der Entwicklung der Novelle beteiligt, sondern hat bereits die Weichen für die neuen Ausbildungen gestellt. Am 15. September 2016 startete die Ausbildung zur Pflegeassistenz, seit Herbst 2015 organisiert Wien in Kooperation mit dem FH Campus Wien das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege an 2 ausgewählten Krankenpflegeschulen als Pilotprojekt“, erklärt Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely bei der Pressekonferenz zur Zukunft der Pflege gemeinsam mit Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Direktorin für Organisationsentwicklung im Wiener Krankenanstaltenverbund und Astrid Engelbrecht, Direktorin des Pflegedienstes im Krankenhaus Hietzing. Ihr großer Dank gelte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege, die diese Veränderungen aktuell aber auch in den letzten Jahren mitgetragen, mitgestaltet und umgesetzt haben.

„Wien wächst, das ist erfreulich, und die Bevölkerung wird immer älter, auch das ist erfreulich. Das bedeutet aber auch große Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Mit der neuen dreigliedrigen Ausbildung im Pflegebereich schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass das gut funktionierende Wiener Gesundheitssystem auch in Zukunft mit hochqualifiziertem Personal ausgestattet ist. Mit der nun in Kraft getretenen Novelle werden die Tätigkeiten des Pflegepersonals neu geordnet und die Kompetenzen erweitert. Diese im Spitalswesen so wichtigen Berufsgruppen werden unter anderem mit der akademisierten Ausbildung deutlich aufgewertet, das System wird durchlässiger, für die MitarbeiterInnen ergeben sich mehr Möglichkeiten und Aufstiegschancen“, betont die Stadträtin.

Nachwuchs im Pflegebereich sicherstellen „In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an Pflegekräften gestiegen, ebenso die Anforderungen an den Pflegeberuf“, sagt Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Direktorin für Organisationsentwicklung im Wiener Krankenanstaltenverbund. „Wir müssen daher die Ausbildung attraktiver machen und unseren MitarbeiterInnen Entwicklungsperspektiven ermöglichen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir in Zukunft ausreichend Nachwuchs im Pflegebereich bekommen.“ Der KAV habe sich als größter Ausbildner im Pflegebereich aktiv in die Gesetzesnovelle eingebracht, wesentliche, praxisnahe Inputs kamen von MitarbeiterInnen aus der Pflege direkt in den Krankenhäusern. „Die Änderungen bringen Vorteile für alle Beteiligten: Durch die Akademisierung wird der Pflegeberuf aufgewertet, vorhandene Kompetenzen werden gesteigert, die Durchlässigkeit im System wird erhöht – davon profitieren unsere MitarbeiterInnen. Und die PatientInnen profitieren ebenfalls vom gesicherten Funktionieren des Gesamtsystems, das mit der neuen Ausbildung mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten kann.“

Zusammenarbeit am Krankenbett optimal gestalten „Die MitarbeiterInnen aus der Pflege haben in den vergangenen Jahren bereits viele Veränderungen hervorragend bewältigt“, berichtete Astrid Engelbrecht, Direktorin des Pflegedienstes im Krankenhaus Hietzing, aus der Praxis. „Nicht nur die Medizin macht permanent Fortschritte, auch in der Pflege gibt es immer wieder neue Entwicklungen. Darauf muss die Ausbildung reagieren, denn wir brauchen auch in Zukunft – wie das schon jetzt der Fall ist – bestens qualifiziertes Pflegepersonal.“ Die neue, dreigliedrige Ausbildung hält Engelbrecht für das richtige Instrument, die Zusammenarbeit des Pflegepersonals am Krankenbett optimal zu gestalten. Mit der Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs – Stichwort Übernahme der Pflege von ärztlichen Tätigkeiten – hätten die MitarbeiterInnen in der Pflege bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt, dass sie an neue Entwicklungen und Vorgaben engagiert im Sinne der PatientInnen herangehen. Engelbrecht: „Gerade die KollegInnen aus der Pflege bekommen so viel positive Rückmeldungen von unseren PatientInnen. Es ist ein enorm anstrengender Beruf, aber auch enorm motivierend, wenn man direkt sieht, dass der eigenen Arbeit von den PatientInnen so wertschätzend begegnet wird. Wir zählen darauf, dass wir mit der neuen Ausbildung auch in Zukunft ausreichend gut ausgebildete, motivierte und engagierte Pflegekräfte haben werden.“

Diplomfeier der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely überreichte an 178 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger Diplome im Wiener Rathaus

Gestern und heute erhielten im Wiener Rathaus die AbsolventInnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) ihre Diplome. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely gratuliert den 140 Frauen und 38 Männern persönlich zu ihrem Erfolg und hebt die hohe Komplexität des Pflegeberufs und den Beitrag zur Versorgungssicherheit durch Pflegepersonen besonders hervor. Die diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sind nicht nur für die komplette Planung der Pflege, sondern auch für die Durchführung letztverantwortlich. „Die Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungen im KAV starten hochqualifiziert ins Berufsleben. Dies ermöglicht eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Wienerinnen und Wiener“, sagt Wehsely.

Das diplomierte Pflegepersonal hat komplexe Aufgaben zu bewältigen:
Die umfangreiche dreijährige Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege, kombiniert wissenschaftlich fundierte Theorie und spannende Fachpraktika. Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sind verantwortlich für die Pflegeprozesssteuerung und sie übernehmen Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie. KAV-Generaldirektor Udo Janßen betont die Kompetenz der Absolventinnen und Absolventen: „Empathie, hohe Motivation, Teamfähigkeit und eine starke Persönlichkeit sind wichtige Eigenschaften im Pflegeberuf und machen gepaart mit wissenschaftlich fundiertem Wissen und Praxiserfahrung gutes Pflegepersonal aus.“
Ausbildung neu Das Berufsbild im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege hat sich im Laufe der Jahre mit den Erkenntnissen der Pflegewissenschaft und dem medizinischen Fortschritt sehr gewandelt. Dem Rechnung tragend wurde nun mit der Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes ein modernes und kompetenzorientiertes Berufsgesetz geschaffen. Es bildet die Basis für die künftig dreistufige Ausbildung in den Pflegeberufen und stellt die bisherige Diplomausbildung mit einem fachhochschulischen Bachelorstudium auf neue Beine. Der Wiener Krankenanstaltenverbund bietet diese Möglichkeit bereits seit 2015 an. Ab 2018 löst der Studiengang die Diplomausbildung komplett ab.

Diese Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes ist als großer Schritt für die Pflege zu betrachten. Durch die zeitgemäße Gestaltung der Berufsbilder mit dem durchlässigen Ausbildungskonzept und den definierten Kompetenzprofilen werden die Berufsgruppen in der Pflege eine entsprechende Stärkung erfahren. Darüber hinaus bringt dies auch sehr viel Qualität für Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner im täglichen Pflegekontakt.

Mehr Informationen zur Ausbildung und zu den Pflegeberufen erhalten Sie bei den Infotagen und den Tagen der offenen Tür der Gesundheits-und Krankenpflegeschulen. Die genauen Termine finden Sie hier.