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Klinisch Praktisches Jahr: “Wir lassen die Studierenden nicht im Regen stehen”

Krankenanstaltenträger werfen Rettungsanker und bieten MedUni Wien befristete Übergangslösung

“Wir begrüßen die Einführung des Klinisch Praktischen Jahres (KPJ) und freuen uns auf die Studierenden, die wir in höchster Qualität ab August in unseren Häusern klinisch ausbilden werden. Aber an einem gemeinsamen Vertrag der Universitäten mit allen Trägern unter fairen Bedingungen führt kein Weg vorbei. Darauf haben sich alle Träger verständigt, und es ist höchste Zeit, dass sich die Universitäten mit uns endlich an den Tisch setzen”, erklärte KAV-Generaldirektor-Stellvertreter Prof. Dr. Udo Janßen heute, Donnerstag,  im Namen der  VertreterInnen der Krankenanstaltenträger Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), KABEG, Barmherzige Brüder, Vinzenz Gruppe sowie Wiener Gebietskrankenkasse bei einer Pressekonferenz.

Von einer praxisnahen Ausbildung profitieren nicht nur die Studierenden selbst. Auch die zukünftige ärztliche Versorgung der Österreicherinnen und Österreicher wird durch das zur Verfügung Stellen von ausreichend qualitativen und regional ausgewogenen Ausbildungsplätzen sichergestellt.

Vertragliche Basis für eine erfolgreiche Umsetzung

Um das Vorhaben KPJ erfolgreich umsetzen und abwickeln zu können, bedarf es einer vertraglichen Grundlage, einer gemeinsam abgestimmten und dauerhaften vertraglichen Basis zwischen Universitäten und Krankenanstaltenträgern. Bis dato fanden keine gemeinsamen offiziellen Vertragsverhandlungen zwischen Universitäten und Krankenanstaltenträgern statt. Es gibt bis zum heutigen Tag keine langfristige vertragliche Lösung.

“Wir lassen die Studierenden nicht im Regen stehen, sie dürfen nicht die Leidtragenden sein. Wir haben der Medizinischen Universität  Wien nun einen Rettungsanker zugeworfen. Gemeinsam ermöglichen wir einen auf ein Jahr befristeten Vertrag, um die Absolvierung des KPJ zu ermöglichen, da es die MedUni Wien bislang verabsäumt hat, ihren Studierenden mittels Verhandlungen ausreichend KPJ-Plätze vertraglich zu sichern”, so Janßen. Und weiter: “Somit springen die Träger für die MedUni in die Presche und finanzieren dieses eine Jahr vor. Grundbedingung dafür ist, dass es noch im Juni zu einer Fixierung der Verhandlungen kommt. Bis Ende 2014 müssen Ergebnisse vorliegen. Klar ist aber, dass ab nächstem Jahr die Ausbildungsleistung, die die Träger im Rahmen des KPJ erbringen, auch entsprechend von den Universitäten abgegolten wird. Bei den derzeitigen Praktikaverträgen stand die monetäre Abgeltung nie zur Diskussion.” In dieselbe Kerbe schlägt auch Dr. Klaus Klaushofer, Ärztlicher Leiter des Hanusch Krankenhauses (HKH) der WGKK: “Mir ist wichtig, dass der Konflikt nicht auf dem Rücken der Studentinnen und Studenten ausgetragen wird. Die öffentlichen Spitäler tragen schon seit langer Zeit umfassend zur Ausbildung bei, was in der Diskussion zu wenig anerkannt wird. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wenn nun die Kosten für ein ganzes Studienjahr auf die Rechtsträger der Spitäler abgewälzt werden.”

Wie den anderen Krankenhausträgern ist auch der Vinzenz Gruppe eine hohe Ausbildungsqualität besonders wichtig. “Ich bin sehr froh darüber, dass sich die großen Krankenhausträger quasi auf ein ,Erste Hilfe-Paket‘ für das Klinisch Praktische Jahr geeinigt haben”, sagt Mag. Stephan Lampl, Geschäftsleiter Region Ostösterreich in der Vinzenz Gruppe. Es wäre untragbar, würden die Studierenden das Nachsehen haben. “Um die Uneinigkeit zwischen der Universität Wien und den Krankenhausträgern nicht auf dem Rücken der Studierenden auszutragen, bieten wir Krankenhausträger diese Vorausleistung an. Allerdings können wir diese nur dann umsetzen, wenn die medizinische Universität garantiert, bis Ende 2014 einen mit den Spitalsträgern ausverhandelten Vertrag über die Durchführung des Klinisch Praktischen Jahrs mit uns Trägern abzuschließen”, betont Lampl.

Seit 2012 steht Änderung des Curriculums fest

Der Beschluss zur Abänderung des Curriculums, also die Auslagerung der Ausbildung im sechsten Studienjahr an die Spitalsträger, wurde an der Medizinischen Universität Wien bereits am 25. Mai 2012 gefasst. Seit Herbst 2013 gibt es seitens der Spitalsträger unmissverständliche Signale an die MedUnis, gemeinsame Rahmenbedingungen für alle Träger zu schaffen und das KPJ österreichweit für alle Studierende zu denselben qualitativen Bedingungen anzubieten. Ein Entwurf der Träger dafür wurde von der MedUni Wien abgelehnt. Auch weiterführende Gespräche verweigerten die MedUnis bis dato. Ein gemeinsamer Brief aller Träger Ende März dieses Jahres (ausgenommen Salzburg, Tirol, Vorarlberg) an die RektorInnen mit der Bitte um Terminvorschläge für gemeinsame Vertragsgespräche, blieb bis heute unbeantwortet. Als Verhandlungsbasis gibt es lediglich einen Standardentwurf der MedUni Wien und viele offene Punkte seitens der Träger wie zum Beispiel die monetäre Abgeltung, die Vereinheitlichung der bis dato unterschiedlichen Anforderungen an die Träger je MedUni, das Vorlegen des Logbuches (Leistungsverzeichnis) oder diverse administrative Fragen.

Der KAV hilft gemeinsam mit den oben genannten Trägern der MedUni aus der Patsche, indem sie gemeinsam eine befristete Übergangslösung anbieten. Der Ball liegt nun bei den Universitäten. “Wir lassen die Studentinnen und Studenten nicht hängen, stellen aber mit Verwunderung fest, dass die MedUni Wien ihrer Verpflichtung, den Studierenden ein Studium in Mindestdauer zu ermöglichen, unzureichend nachkommt. Um eine hochqualitative Ausbildung nach Vorstellungen der MedUni Wien jedoch anbieten zu können, braucht es auch eine ökonomische Grundlage”, sagt Janßen.

Hohe Anforderungen an Spitäler seitens der Medizinischen Universität Wien

Die MedUni lagert mit Einführung des Klinisch Praktischen Jahres die gesamte Ausbildung im sechsten Studienjahr aus, erhält dafür aber weiterhin das Budget für die Ausbildung vom Ministerium. Zudem stellt die Universität hohe Anforderungen an die Spitäler in Bezug auf Infrastruktur, Betreuung, Administration, Überprüfung des Lernfortschritts etc. Den Trägern entstehen damit Kosten in der Höhe von rund 12.000 Euro pro Studierenden pro KPJ.

Studentinnen und Studenten der Humanmedizin müssen im sechsten Studienjahr eine klinisch-praktische Ausbildung absolvieren, um ihr Studium abschließen zu können. Die Medizinische Universität Wien startet das sogenannte Klinisch Praktische Jahr am 4. August, das in Graz und Innsbruck in ähnlicher Form bereits seit mehreren Jahren läuft. Die Intensivierung der klinisch-praktischen Ausbildung durch die Universitäten und die damit verbundenen Einbindung der Krankenanstalten als Lehrkrankenhäuser wird von Seiten der Träger der österreichischen Krankenanstalten als wichtiges gemeinsames Anliegen gesehen.

Das Klinisch Praktische Jahr umfasst in Wien eine durchgängige praktische Ausbildung von 48 Wochen à 35 Wochenstunden. Sie ist in drei KPJ-Tertiale zu je 16 Wochen unterteilt, die aus den Fächerkörben “Innere Medizin”, “Chirurgische und perioperative Fächer” sowie “Wahlfächer” bestehen, aus denen die Studierenden wählen können. Die KPJ-Tertiale können in beliebiger Reihenfolge sowie an derselben oder an unterschiedlichen Krankenanstalten absolviert werden. Um den Studierenden unabhängig von ihrem Universitätsstandort die Absolvierung ihres KPJs in jedem österreichischen Krankenhaus zu ermöglichen, bedarf es einer einheitlichen Grundlage. Studierende, egal von welcher MedUni, sollen bei allen Trägern auf selbe Qualitätsstandards treffen und auch überall die Möglichkeit haben, ihr KPJ unter selben Bedingungen zu absolvieren. Der erste Einstiegstermin ist der 4. August 2014, danach kann in achtwöchigem Abstand begonnen werden.

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