Heute findet zum zweiten Mal der „Tag der seelischen Gesundheit“ im Wiener Rathaus statt. Im Vorfeld dazu erschien in der Presse ein Artikel zum Thema psychische Erkrankungen. Darin wird erläutert, wie sich die Gesellschaft mit solchen Erkrankungen im Laufe der Jahre auseinandergesetzt hat. Heute spricht man darüber, jede/r kennt jemanden, der wen kennt, der/die ein psychisches Problem hat. Doch von einem „normalen“ Umgang mit psychisch erkrankten Menschen kann noch keine Rede sein.
Und genau hier versuche ich als Gesundheitsstadträtin anzusetzen: beim Kampf für Entstigmatisierung von psychisch erkrankten Menschen. Mit dem „Tag der seelischen Gesundheit“ können sich die Wienerinnen und Wiener ganz ungezwungen informieren. Der Erfolg im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass Wien bereit für einen offenen Umgang mit diesem Thema ist. Seit kurzem gibt es eine umfangreiche Broschüre mit dem Titel „Seelische Gesundheit. Informationen zu psychiatrischen, psychosozialen und rechtlichen Angeboten, die alle Leistungen in diesem Bereich auflistet und erläutet.
Ich bin davon überzeugt, dass psychisch erkrankte Menschen nur dann eine nachhaltige Chance auf Heilung haben, wenn wir als Gesellschaft auch dementsprechend mit solchen Erkrankungen umgehen. Darunter verstehe ich eine offene politische Diskussion ohne parteipolitisches Kalkül (daran müssen die Wiener Oppositionsparteien leider noch arbeiten) und die Schaffung adäquater Beratungs-, Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten für die Erkrankten, sowie für ihre Angehörige im ambulanten und stationären Bereich.
Mit der Psychiatriereform setzen wir wichtige Maßnahmen zur Öffnung und Dezentralisierung der Psychiatrie. Als nächsten Schritt übersiedelt die Krankenpflegeschule von der Rudolfstiftung in das Kraiser-Franz-Josef-Spital und damit wird Platz für die neue psychiatrische Abteilung für den 3. und 11. Bezirk.
Wien kämpft seit der Gründung der Psychosozialen Dienste (PSD) 1970 massiv gegen die Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen. Wir haben viel geschafft, aber es ist gesundheits- wie gesellschaftspolitisch noch viel zu tun.













