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30 Jahre Psychiatriereform und der Kampf gegen Stigmatisierung geht weiter

„Erstens, wenn ich wieder auf die Welt komme, werde ich wieder Psychiater. Zweitens – wieder in Wien.“ Diese schöne Auszeichnung erhielt die Gesundheitspolitik der Stadt Wien von Dr. Stephan Rudas bei seiner Verabschiedung als Chefarzt der Psychosozialen Dienste Wiens.

Er hat damit zum Ausdruck gebracht, welchen Stellenwert die Psychiatrie in Wien hat, und dazu hat auch Rudas selbst sehr viel beigetragen. Als Gründer des PSD vor 30 Jahren hat er gemeinsam mit dem damaligen Univ. Prof. Dr. Alois Stacher die Segel für diedie Psychiatriereform als größte gesundheitspolitische Reform der Zweiten Republik gesetzt.

240 MitarbeiterInnen, davon rund ein Fünftel ÄrztInnen, betreuen und behandeln heute bei den Psychosozialen Diensten in Wien jährlich deutlich über 10.000 PatientInnen im Rahmen von rund 150.000 Behandlungskontakten.

Die Gründung des PSD war ein wesentlicher Schritt zur Reformierung der Psychiatrie und einem neuen Umgang der Gesellschaft mit psychiatrischen PatientInnen. Bis in die 1970er Jahre hatte die Psychatrie noch mit den Nachwirkungen des Faschismus und dem grausamen Umgang mit PatientInnen während dieser Zeit zu kämpfen. Die Psychiatriereform setzte dem ein Ende.

Als Gesundheitsstadträtin kämpfe ich gegen die Stigmatisierung von psychischen erkrankten Menschen an. Laut Prognosen wird in Zukunft jeder dritte Mensch einmal in seinem Leben an einer psychischen Krankheit leiden. Es ist daher wichtig, dass psychisch Erkrankte nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, sondern sich auf ein gutes Versorgungsnetz und rasche Hilfe verlassen können. Dies gelingt nur durch Aufklärung über psychische Erkrankungen, Ausbau von psychosozialen Leistungen und das weitere Vorantreiben der Dezentralisierung.

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